Peter Naumann
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Peter Naumann

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Ist ein Naturwerkstein-Kataster nützlich?

Warum ein Naturwerkstein-Kataster?, was beinhaltet und wem dient ein Naturwerkstein-Kataster?

 

Geht man mit offenen Augen durch Städte, Gemeinden und Dörfer, erkennt der Betrachter oft verschiedenartige Verwendung von Naturwerksteinen (Oberbegriff: Natursteine) an Bauwerken, Straßen, Denkmäler oder Gehwegen. Leider hat, nicht nur in Ballungsräumen oder Großstädten, die Sanierungs“wut“ und der Modernisierungswille in Beton und Asphalt vieles hinwegsaniert. Eine Bestandsaufnahme ist deshalb angebracht. Ein Naturwerkstein-Kataster bedeutet fachliche Querverbindungen von Geowissenschaft zu Architekten, Restauratoren, Steinmetzen, Künstlern, Baufachleuten, Baugeschichtlern und Denkmalpflegern. Über ein solches Kataster können wichtige Informationen erlangt werden, z.B.: Alter der Steine, Art der Steine, woher stammen sie, Gewinnung der Steine, Bearbeitungstechniken, Verwendungsbereiche, Zweckmäßigkeit, Handelswege, Transport, Technik, Kunst. Ein Kataster sollte im Ringordnersystem angelegt werden, Ergänzungen oder Berichtigungen sind dadurch einfacher. Angaben wie z.B. Baujahr, Bauherr, Besitzer, Art der Objekte, Restauration, Größen, Gewichte, Erhaltungszustand sollten aufgelistet werden.

 

Für Hilgershausen hat der Verfasser zurzeit 30 Objekte erfasst. Der Grundgedanke „Steine in der Stadt“ erfordert Öffentlichkeitsarbeit um Interesse zu wecken. Die Bestandsaufnahme kann als Netzwerk nicht nur z.B. auf Felsberg und Ortsteile, sondern auf die Städte und Gemeinden um Felsberg bzw. auf den Schwalm-Eder-Kreis ausgeweitet werden.

Ein Kataster könnte allgemein eine Sanierung ins Gegenteilige (z.B. Abriss, Verkleidung, Verputzung, Überdeckung, Vernichtung) aus Unkenntnis verhindern helfen.

Nicht einzubeziehen im Naturwerkstein-Kataster sollen die üblichen steinernen Zeugen wie Burgen, Burgruinen, Wehranlagen, Kirchen, öffentliche Gebäude oder Schlösser sein. Diese Objekte haben schon ihren besonderen Schutz und ihre Lobby. Aber innerhalb dieser Objekte sollte eine Bestandsaufnahme erfolgen, wenn Naturwerksteine in besonderer Art, für einen besonderen Verwendungszweck, in besonderer Größe, Gestaltung und Verarbeitung (z.B. Platten, Tafeln, Säulen, Mosaik, Relief, Politur) verwendet sind. Fassadenverkleidungen stellen oft ein interessantes Gesteinslexikon dar. Man muss nicht jedes „steinerne“ Objekt, Pflasterung oder Gebäude erfassen, aber herausragende Zeugnisse (dafür werden von jedem Ort eigenständige Kriterien aufgestellt) sollte man aufnehmen.

 

Gegenargumente wie z.B. „Kassel hat ja auch viel mehr Objekte, bedeutendere interessante Objekte“ (bedingt durch die ehemalige Residenzstadt) oder Berlin (bedingt als kaiserliche Residenzstadt) kann man so nicht gelten lassen. Gut, mehr und bedeutendere mag dem so sein. Aber sollte dies Grund für Ablehnung und Desinteresse sein? Felsberg und seine Ortsteile (damit auch Hilgershausen), Homberg, Melsungen und Wabern (hier nur die Region um Hilgershausen) haben ebenfalls Objekte für ein Naturwerkstein-Kataster. Wenn es z.B. Lübeck im Rahmenplan Innenstadt 1992 gelang (dort wurden nach Vorkriegsfotos und alten Nachkriegsfotos verschiedene Pflaster aus nordischen Gesteinen und Basalt aus Nordhessen wieder hergestellt), oder auch Bremen, warum sollte es in Felsberg, im Schwalm-Eder-Kreis nicht gelingen. Thematische Führungen werden z.B. in Berlin, Leipzig, Hannover und Münster angeboten. Gleiches könnte in den Städten und Gemeinden hier im Schwalm-Eder-Kreis geschehen – auch in Hilgershausen. Tübingen bietet sogar vom Fremdenverkehrsverein Natursteinführungen an.

Kassel wurde angedeutet, aber ob Kassel bei seinen reichhaltigen Objekten ein Naturwerkstein-Kataster hat ist fraglich. Kassel hat mehr als nur die Löwenburg (künstliche Ruine aus Basalttuff) oder Pflaster aus Basalt („Katzenköpfe“, aus nordhessischen Steinbrüchen) und Pflaster aus verschiedenfarbenen Sandstein (Klein- und Großpflaster) – auch aus nordhessischen Steinbrüchen. Pflaster aus Porphyr (Thüringen), Granitplatten für Plätze (z.B. aus Indien) und Gehwege, Pflaster aus Schlackensteinen (Nebenprodukt aus der Kupferverhüttung, Richelsdorfer Gebirge). Bürgersteigrandsteine aus Basalttuff, aus Granit und anderen Steinarten. Denkmalpostamente (Sockel) aus Granitvarietäten, Gneisvarietäten, Seynite, Diorit (Tiefengesteine, Ergussgesteine) u.a., oder der Bodenbelag aus Dumortieritquarzit (ein blauer Quarzit, Azul Macaubas von Brasilien) im Eingang der Königsgalerie.

 

Nicht nur regionale Naturwerksteine wie Basalt und Sandstein, Gips und gegebenenfalls Muschelkalk, auch überregionale bis weltweite Naturwerksteine wie z.B. in Melsungen sollten erfasst werden. Dort sind es u.a. der Sandsteinbrunnen mit spiralförmigen Abfluss aus Granit (Amtsgericht, Fußgängerzone, Kasseler Straße). Die Pflasterung aus Granit (Großpflaster, auch größer als nach DIN 12-22 cm) in der Fußgängerzone. Die Steine dieses Großpflasters aus „nordischen“ Gesteinen zeigen eine leicht bauchige Oberfläche, als „Katzenköpfe“ bezeichnet. Die Gehwegsplatten aus Granit, vielleicht sogenannte „Schweinebäuche“, in der Fußgängerzone. Zebrastreifen aus Kleinpflaster (10x10 cm), weiß = Marmor, dunkel = Basalt (Fritzlarer Straße / (Ecke) Rathaus und Brückenstraße / Am Blitzen). Sandsteinpflaster, z.B. Bartenwetzerbrücke oder Kleinpflaster aus roten Sandstein (leider nicht so verwitterungsbeständig), z.B. Friedhofstraße. Porphyrpflaster, z.B. Kirchstraße. Fassadenplatten aus Cornberger Sandstein (Fußgängerzone, Kasseler Straße 19). Basaltpflaster an verschieden Punkten.

Was fällt bei Malsfeld auf. Der Eisenbahnviadukt der „Kanonenbahn“ (Melsunger Straße) über die Fulda. Aus Sandstein gebaut. Nichts besonderes mögen nun einige Kritiker sagen. Aber wo findet man heute noch so ein kultur- und bauhistorisches Objekt. Hier, so scheint es zumindest bei der Betrachtung des Mauerwerkes, ist mit der Farblehre gearbeitet worden. Eine harmonische farbliche Zusammenstellung der Sandsteinquader könnte hier angewendet worden sein. Auch bei den Reichsautobahnbrücken aus Sandstein über Fulda und Werra wurde so verfahren. Der Gedenkstein am Rathaus aus Quarzit, irrtümlich in der Presse als „heller Basalt“ beschrieben, sollte erfasst werden. Fehlen darf nicht die „Hörnsebrücke“, eine Rundbogenbrücke aus Basalt über die Rhünda bei Ostheim oder die großen Kugelbasalte (bis 80 cm Durchmesser) in Mosheim (Felsberger Straße zwischen e.on-Gebäude und Hausnummer 36). Wandstein aus Sandstein (Felsberger Straße 7 / .

 

Vor der Kirche der Ev. ref. Kirchengemeinde (Wilhelm-Dilich-Staße) in Wabern fallen die Würfel mit 22 Flächen aus Sandstein als Krönung auf den beiden Torpfosten auf, die neben weiteren Objekten in Wabern „Wert“ für eine Bestandsaufnahme sind.

Spontan für Homberg sind es zwei Wohngebäude mit hervorragender Verarbeitung und Bearbeitung der Basaltquader (Melsunger Straße 30 und Hans-Staden-Allee 27). Ebenfalls zwei Wandsteine (Radabweiser) aus Basalt (kegelförmig, pollerartig), beidseitig Enge Gasse 15 (Reststein) und 16. Pflaster aus Basalt, Sandstein, Porphyr und Granit. Granitpostament für das Denkmal Landgraf Philipps. Für Dickershausen könnte man den sauber in Basaltmauerwerk gefassten Kanal (Bach) einbeziehen oder das 1908 erbaute Backhaus (Gefrierhaus). Auch hier ein aufwändiges Basaltmauerwerk aus Quadern, Ecken und Laibungen aus Sandstein.

Eine Rarität ist der Wandstein aus Quarzit in Melsungen, Fritzlarer Straße 10 / (Ecke) Hinteres Eisfeld. Es mag der Wandsteine mehr geben, Basalt, Sandstein oder Quarzit – man muss sie „sehen“.

Leider hat Morschen die für Morschen bedeutendsten Objekte nicht selber. Es handelt sich da um die vier 3,00x1,80 m großen Godefroy-Reliefs aus Alabaster (Gips von Konnefeld), vor mehr als 400 Jahren für das landgräfliche Schloss in Kassel vom niederländischen Bildhauer Elias GODEFROY geschaffen. Heute befinden sie sich im Landesmuseum in Kassel. Ebenfalls von GODEFROY aus Konnefelder Alabaster, das Grabdenkmal für Landgraf Philipp den Großmütigen und seiner Gemahlin Christine von der Saale in der Martinskirche in Kassel.

 

Bei Spangenberg bietet sich u.a. an: Pflaster aus Sandstein und roter Porphyr. Der Wappenstein (mit „Spange“ / Trochit = Stielglied der Seelilie) aus Muschelkalk. Die Sandsteinkugeln als Krönung auf den Torpfosten, Einfahrt zum Firmengelände der Firma spangopharm (Pharmazeutische Großhandlung) in Elbersdorf. Das Chaiselongue aus Carrara-Marmor (Marktplatz Spangenberg).

 

Neben künstlerischen Steinmetzarbeiten wie Brunnensteine aus Basaltsäulen (Konturen nachgeschliffen und matt poliert, Wasserabfluss auf der Kopffläche) wird in der Sepulkralkultur hier in der Region auch Basalt als Grabsteine verwendet. Einige Beispiele dazu: Der Friedhof in Homberg (Nähe Kreisverwaltung) zeigt verschiedene Typen von dieser Grabsteinkunst. Der Friedhof in Mosheim weist u.a. einen Grabstein aus einer Basaltplatte (200x60 cm, 19 cm dick, matt poliert, Ecken gerundet) zuzüglich Basaltfundamentstein auf. Zwei in den Konturen nachgeschliffene und matt polierte Basaltsäulen befinden sich auf dem alten Friedhof (Erstbelegung 1556) in Melsungen. Drei matt polierte Basaltsäulen als Grabsteine für ein Familiengrab finden sich auf dem Friedhof in Beuern. Einer der Steine ist mit dem Troja-Burg-Labyrinth versehen. Zudem befindet sich vor dem Friedhof in Beuern ein Ehrenmal, roter Sandstein mit einer Schrifttafel aus Gabbro.

Gensungen besitzt sicherlich einige interessante Objekte. Auf vier Objekte soll hier hingewiesen werden. Gartenpfosten (roter Sandstein) die mit nutartigen polygonen Muster versehen sind. Die Gartenmauer besteht aus mehr oder weniger stirnseitig vermauerten Basaltsäulen-Stücken (Zur Turnhalle 7 [Homberger Straße / (Ecke) Frankenstraße]). Das Wohngebäude in der Homberger Straße 45 aus Basaltmauerwerk („Wildform“).  Sandstein-Mauerwerk mit polygonen Nuten (Karthäuser Straße 7). Wie ein Schiff auf hoher See wirkt das Zechenhaus (die Zeche, Hauptgebäude) der Braunkohlenzeche Oskar, eine gediegene Verarbeitung in der Heßlarer Straße 3.

 

Natürlich hat Felsberg auch genügend Objekte (einige sind bereits erfasst), aber ein Objekt, das Ehrenmal (Kriegerdenkmal) mit hervorragend bearbeiteten (behauenen) Basaltquadern ist von besonderer Qualität  (Steinweg / (Ecke) Birkenallee). Die Schrifttafel aus Gabbro soll nicht verschwiegen werden.

 

Diese Angaben hier sollen eine Anregung darstellen. Jeder Ort, jedes Dorf, jede Gemeinde, jede Stadt hat ihre „steinernen Zeugnisse“ die es wert sind, in ein Naturwerkstein-Kataster aufgenommen zu werden.

 

Kommen wir aber nun zu Hilgershausen. Seit 2004 werden vom Verfasser Kalender („Ansichten in Stein“, Monatsblätter) mit Fotos mit wie hier beschriebenen Objekten abgebildet, ebenfalls in „900 Jahre Hilgershausen“ (Geschichten und Bilder um und aus Hilgershausen).

 

Naturwerkstein-Kataster Hilgershausen (Auswahl):

 

Am Rain 2: (An der Linde / (Ecke) Im Iller) landwirtschaftliches Gebäude, Basaltmauerwerk, Polygone, „Wild“. Sandstein an den Hausecken und Laibungen. Der Sandstein ist polygonartig mit Nuten versehen, dadurch „verschönt“. Es passt sich damit in der Ausbildung (polygon) dem Basalt an.

Am Rain 4: „steinerner Gartenzaun“ (oder Gartenmauer) aus Sandstein (rot). Plattensegmente mit Feder und Führungsständer (Pfosten) mit Nut versehen. Aufwändige Arbeit, sauber bearbeitet, Scharrierung. Wohl sehr selten.

Am Rain: Gosse, Rinnstein, Kannel. Im oberen Teil, rechte Straßenseite von oben aus gesehen, gut bearbeiteter Basalt (würfelförmig bis quaderförmig).

An der Linde 11: Wandstein (Radabweiser) aus Sandstein.

An der Linde (Backhaus): Sandsteintrog, 140x73x63 cm (Rohling 1,6 t; Fertiggewicht 670 kg).

Friedhof: Ehrenmal aus drei Schrifttafeln mit Sockel aus Gabbro.

In der Ecke / (Ecke) Raiffeisenstraße: landwirtschaftliches Gebäude, Basaltmauerwerk, „Wild“, Quader, Platten.

Kirche Hilgershausen: Sandsteinrelief Sankt Martin als „Helfer der armen Seelen“ am Beinhaus der Kirche.

Raiffeisenstraße 3: Radabweisen aus Sandstein.

Raiffeisenstraße 5: „Wildpflaster“ aus Basalt, teils erneuert (ausgebessert) mit bearbeiteten Steinen (Würfel, quaderförmig).

Raiffeisenstraße 8: Wohngebäude, Basaltmauerwerk, Quader, Platten, Polygone stirnseitig vermauert, „Wild“.

Raiffeisenstraße 20: Wohngebäude, Basaltmauerwerk, „Wild“ und landwirtschaftliches Gebäude mit Basaltmauerwerk „Wild“. Bei beiden Gebäudeteilen hoher Anteil stirnseitig vermauerter Polygone. Gebäudeecken und Laibungen aus Sandstein. Radabweiser aus Sandstein beim landwirtschaftlichen Gebäude.

Raiffeisenstraße / (Ecke) Am Rain: landwirtschaftliches Gebäude, im unteren Teil Basaltmauerwerk aus Quadern und Platten, Fensterlaibungen und Ecken aus Sandstein. Am Fuße einer alten Linde liegt eingebettet in Basaltpflaster eine Sandsteinplatte. Die Platte wirkt zweckentfremdet als großer „Pflasterstein“ oder Trittplatte (etwa 92x92 cm, die Dicke ist zurzeit nicht zu ermitteln). Ungefähr in der Mitte der Platte befindet sich eine annähernd ovale (50/41 cm) Eintiefung von 3,5 cm, etwas weniger eingetieft (2 cm), von der ovalen Eintiefung zum Rande gehend eine Ablaufrinne. Nach der Art liegt eine sogenannte „Wasserpforte“ (auch „Erddanken“) vor, die aber von der üblichen Art mit um 8 cm Tiefe erheblich abweicht.

Gartenzaunpfosten aus Sandstein mit drei rechtwinkligen und gleichmäßigen Flächen, die Fläche der Vorderseite (straßenseitig) dagegen ist in zwei stumpfe Winkel geteilt. Der Pfosten passt sich damit dem Winkel der Straßenführung an. Die Kopffläche ist eine stumpfe Pyramide, die Spitze abgeflacht.

Stegweg 1a: kleines Stück Rinnstein, Basaltpflaster aus behauenen Steinen, Würfel (Kleinpflaster, laut DIN Kantenabmesser zwischen 8 und 10 cm, hier: Sichtfläche bei 10x10 cm) und kleinen Säulen. An den Würfeln teilweise „Basaltblumen“ erkennbar.

Stegweg 2: landwirtschaftliches Wohngebäude, teilweise Basaltmauerwerk aus hochwertig bearbeiteten Quadern. Hausecken und Kellerfensterlaibungen aus Sandstein. Hauseingang, runde Säulen aus Sandstein mit Basis und Kapitell sowie Balustrade und Baluster. Radabweiser beidseitig bei den Scheunentoren aus Sandstein. Sandsteintrog, 170x95x65 cm (Rohling 2,5 t; Fertiggewicht 1,3 t).

Schulberg 1: Gebäude, Basaltmauerwerk aus Platten und grobe Quader. Hoffläche mit Basaltpflaster, Polygone, „Wild“. Landwirtschaftlicher Gebäudeteil (Ecke Raiffeisenstraße), Mauerwerk aus Sandsteinquadern, als Besonderheit dabei: Schrägschichtung und Wabenverwitterung. Wandstein aus Basalt.

Schulberg 4: landwirtschaftliches Gebäude, straßenseitig Basaltmauerwerk, Polygone, „Wild“. Wohngebäude, Mauerwerk aus Basaltquader, Hausecken und Laibungen aus Sandstein. Große Frei- treppe aus Orbicularit (Kugelgranit, Varietät Rapakivi-Granit, möglich Finnland).

Tränkegasse 2: landwirtschaftliches Gebäude, Basaltmauerwerk, mehr „Wild“ als Polygone. Hausecken und Laibungen aus Sandstein polygonartig mit Nuten versehen. „Wandstein“ aus Basalt, eigentlich ein kissenförmiger Stein, natürlich abgeschrägt oder leicht schräg gesetzt (der aber die gleiche Funktion erfüllt). Hoffläche Basaltpflaster, partiell mit Sandsteinpflaster. Das „Wildpflaster“ sieht dem Katzenkopfpflaster ähnlich. Durch Unebenheit der Hoffläche und die Auswaschungen der Setzfugen, sowie durch die Verwitterung der Steine (dadurch kantengerundet mit leichter Wölbung an den Kopfflächen) und die Verwendung jeder Steinform („Wild“) wirkt die Pflasterung dem Anschein nach wie eine „Katzenkopfpflasterung“.

 

Glossar:

 

Baluster: Geländerstütze, hier eckige Säulen.

Balustrade: Geländer, Brüstung mit Baluster.

Basaltblume: es handelt sich dabei um eine konzentrisch wellige Ausbildung die durch die Entspannung bei der Bearbeitung zumeist bergfrischer Steine erzeugt wird.

Basis: Lager einer Säule.

„Erddanken“ / Wasserpforte: Die eigentlichen Wasserpforten hatten eine einfache aber wirkungsvolle Funktion. Bei mittelalterlichen Bauten waren die Wasserpforten am Fuße der Mauer unter den Wasserspeiern platziert. In späteren Zeiten, bei Dachrinnenfallrohren (aber oft noch ohne Kanalisation), die abgewinkelt etwa kniehoch über der Wasserpforte endeten, hatten sie die Aufgabe, das abstürzende Wasser aufzufangen und von den Gebäudemauern abzuleiten. Die Wasserpforten schützten somit das Mauerwerk vor Nässeschäden und vor Unterspülung als auch das Pflaster vor Auswaschung. Die Wasserpforte in Hilgershausen als „Erddanken“ dürfte einen anderen Verwendungszweck gehabt haben. Wahrscheinlich war sie eine Stellfläche für Wassergefäße bei einem Brunnen (umfüllen des Wassers). Als „Erddanken“ lag sie etwa brunnenrandhoch auf einem Podest aus Holz oder Stein. Der Schöpfeimer kam dadurch nicht mit dem Boden in Berührung, Verschmutzung wurde damit vermieden. Überlaufendes Wasser lief über die Abflussrinne ab, Bekleidung und Schuhwerk wurden zudem nicht nass.

Gabbro: dunkles Magmagestein, zweithäufigstes Tiefengestein, hauptsächlichstes Material für Grabmale.

Kapitell: Haupt bei Säulen u.a. als Zwischenglied von Stütze und Last.

Katzenkopfpflaster: allgemein oft nicht richtig gedeutet, richtig wäre Pflaster aus unbehauenen Feldsteinen (Geschieben).

Laibung: rechtwinklige Einschnittfläche einer Tür oder eines Fensters in die Mauer.

Natursteine: alle natürlichen Steine, die zum Zweck technischer Verwendung bzw. wirtschaftlicher Verwertung gewonnen werden.

Naturwerksteine: natürliche Gesteine, die mit der Absicht abgebaut werden, daraus Blöcke oder Platten zu gewinnen.

Platten: hier, plattiger Basalt unterschiedlicher Stärke (bis 20 cm) und Größe, für die Verarbeitung zumeist randlich begradigt.

polygon: schon bei C. F. NAUMANN (1850) verschiedentlich im Sinne des eindeutigeren Begriff polymikt (= aus Komponenten verschiedener Art zusammengesetzt) bei Sedimentgesteinen verwendet. Der Begriff wird auch für Gesteine gebraucht, die mehrere Bildungs- bzw. Umbildungsprozesse durchlaufen haben.

Polygone: hier verwendet für Basaltsäulen-Stücke mit dem Querschnitt (die Stirnseite) zur Sichtfläche.

Quader: behauene Steine gleicher oder unterschiedlicher Größe.

Radabweiser: Schutzfunktion, die eisenbereiften Räder der Wagen konnten zwar etwas auffahren, rutschten aber durch die Rundung des Steines ab. Zudem wirkte der Radabweiser als Abstandshalter um Beschädigungen durch die Radnabe an den Hausecken zu verhindern und um die Radnabe zu schützen. Die gleiche Funktion erfüllten die Wandsteine – die schräg zur Hausecke gesetzt wurden. Die Verwendung von Basaltsäulen als Wandsteine erwähnt Johann Caspar ZEISIG bereits 1773 (in: Minerophilus Freibergensis – Neues und wohleingerichtetes Mineral- und Bergwercks-Lexikon, Adere und vielvermehrtere Ausgabe, Chemnitz)  „Basaltes, ..... welcher unterschiedene Kanten hat, und von der Stärke und Länge, damit man dieselben auf denen Gassen an Häusern, insbesonderheit an Ecken als Weichpfähle zu setzen pfleget“ (Weichpfähle: weichen, abwenden, abweisen).

Schweinebauch: Granitplatte zur Gehwegsbefestigung mit kantenbegrenzter, ebener gesägter Oberfläche und kantenloser, gewölbter, behauener Unterseite.

Schrägschichtung: fluviatile Schrägschichtung, werden durch am Boden flacher, breiter Flussrinnen quer zur Fließrichtung wandernde Sandbänke gebildet.

Seynit: Tiefengestein, Granit ohne Quarz (vereinfacht).

Säulenbasalt: entsteht durch Abkühlungsschrumpfung der Masse und löst Spannungen aus, die der abkühlenden Lava eine Bienenwabenstruktur aufzwingt.

Wabenstruktur: (Wabenbildung, Wabenverwitterung, Steingitter, Bröckellöcher) entstehen entweder durch Windausblasung oder durch Lösungen im Gestein infolge chemischen Angriff auf das Binde-mittel die die Auflockerungen erfolgen lassen. Die Lösungen im Gestein können auch durch Außenwässer (Regen) mobilisiert werden. Salze im Gestein erhöhen dabei durch Ausblühungen bei der Trocknung die nachfolgende Auswaschung. 

„Wild“: Mauerung aus Polygonen, Basaltsäulen-Stücke in Längsrichtung (dadurch quaderförmiges Aussehen), Platten. „Chaotische“ Steinsetzung jeder Art und in verschiedenen Größen und Formen.

 

 

Schriftenverzeichnis:

 

Autorenkollektiv [13 Autoren] (1995): Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg. Nr. 6, Naturwerksteine in der Architektur und Baugeschichte von Berlin, Hrsg.: J. H. Schroeder, Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.V., Berlin, 230 Seiten

Georgie, Klaus-Henning (1986): Kreislauf der Gesteine – Eine Einführung in die Geologie. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, rororo Sachbuch 980 / 7758, 252 Seiten

Hansestadt Lübeck (1992): Lübeck plant und baut. Heft 35, September 1992, Rahmenplan Innenstadt – Leitvorstellung zur Gestaltung von Straßen und Plätzen, Gängen und Höfen, Hrsg.: Senat der Hansestadt Lübeck, Baudezernat, 64 Seiten

Müller, Friedrich (1984): Gesteinskunde – Lehrbuch und Nachschlagewerk über Gesteine für Hochbau, Innenarchitektur, Kunst und Restauratoren. Ebner Verlag, Ulm, 216 Seiten

Murawski, Hans (1992): Geologisches Wörterbuch. Enke Verlag, Stuttgart, 254 Seiten

Naumann, Peter (2006): Ansichten in Stein. In: 900 Jahre Hilgershausen – Geschichten und Bilder um und aus Hilgershausen, Seite 127-129, Hrsg.: Brauchtumsverein Hilgershausen e.V.

Naumann, Peter (2006): Ist ein Naturwerkstein-Kataster nützlich? In: P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen, Seite 1-9

Schroeder, H. J. / Schirrmeister, G. & Ehling, A. (2005): Steine in die Stadt – ein Netzwerk – Naturwerksteine in den Städten Deutschlands: Bestandsaufnahme und Öffentlichkeitsarbeit, Grundgedanken. In: Geowissenschaftliche Mitteilungen (GMIT), Nr. 20, Juni 2005, gemeinsames Nachrichtenheft Deutscher Geowissenschaftler, Seite 36-38, Hrsg.: ARGE GMIT, BDG-Bildungsakademie, Bonn

Schumann, Walter (1977): Steine + Mineralien. BLV Bestimmungsbuch 7, BLV Verlagsgesellschaft München / Bern / Wien, 277 Seiten

 

 

 

 

 

Der Name Spangenberg und seine Deutung

 

Das Stadtsiegel und das Stadtwappen von Spangenberg und der Wappenstein aus Muschelkalk zeigen ein rundes Seelilienstielglied, ein Trochit (griech. Trochus = Rad, Scheibe) der Seelilie Encrinus liliiformis (Trias, Oberer Muschelkalk). Mundartlich werden die Trochiten im Spangenberger Raum Spangen, Spangensteine und Spangenberger Knöpfe genannt (bei HEIDELBACH 1909, Spangenberger Spangen) und immer wieder mit der Namensgebung für Spangenberg in Verbindung gebracht. Auch wenn es sich gut macht für den Tourismus, die Spangensteine sind nicht der Namensgeber für die Stadt. Aber herhalten müssen sie, die Spangensteine. „Spangensteinchen, die Spangenberg zu sei-nem Namen verholfen haben sollen“ HNA, 13.5. 2004), „Der Name Spangenberg wird von diesen Spangensteinchen abgeleitet“ (HNA, 29.4. 2006). In der HNA (16.9. 2006) wird Eduard LEDERER zitiert, dass „nicht die Stielglieder (Spangensteine) als Namensgeber für die Stadt   gelten, sondern wegen seiner Lage (die Stadt) am Schnittpunkt großer Handelsstraßen“. HEIDELBACH zum 600 jährigen Stadtjubiläum: (Spangenstein, „nach dem die Stadt ihren Namen tragen soll“).

Für WINKELMANN (1697) war die Namensgebung der Stadt von den Spangen abgeleitet, die dann auch immer wieder übernommen wurde (ENGELHARDT 1778, LANDAU 1842, ARNOLD 1875, HESSLER 1907 u.a.). Die Beschreibung von WINKELMANN liest sich wie folgt: „Das Schloss liegt vorm Walde auf einem ziemlich hohen Berge; daher Spangenberg genannt, weil an dem selben, wie auch an einem Hügel gegenüber eine große Menge kleiner, runder Steinlein gefunden werden, haben alle von Natur ein Bildnis wie eine Spange, gleich man von altersher auf den Schuhen getragen hat“. BUHRE (2004) erwähnt schon richtig, dass die Schriftsteller des Mittelalters den Namen Spangenberg von den Spangensteinen ableiten. Die HNA (2.3. 1994) führt zwei Deutungen an, die von MERIAN 1655) und die Deutung des Wortes Spange: „zusammenhalten zweier Teile; zusammengehalten durch die Spange „Burg“ werden die beiden Straßen“. Der älteste Deutungsversuch von MERIAN (Topographie Hessen) ist fast identisch mit WINKELMANN, der gut abgeschrieben hat.

„Das Schloss liegt vorm Walde auf einem ziemlich hohen Berge, welcher daher der Spangenberg genannt wird, weil an ihm, wie auch an einem anderen Hügel gegenüber, eine große Menger kleiner, runder Steine gefunden werden, die alle von Natur Zeichen wie eine Spange auf sich haben“. BUHRE zitiert MERIAN, geht aber nicht weiter darauf ein.

 

Weiterhin beschreibt WINKELMANN die Steinlein als „zirkelrund mit 12 oder 24 Strahlen oder Strichlein gleich wie eine Uhr oder Stundenzeiger“. Gemeint sind die vom Zentralkanal, dem Mittelpunkt der Trochiten, zum Rand verlaufende, strahlenförmigen schmalen Rillen. WINKELMANN skizziert auch die „Spangen“, die er als wunderspielende Natur ansieht. Er sah auf den „Spangen“ wunderwürdig und wunderbildende Figuren, so z.B. „einen natürlichen doppelten zweiköpfigen Adler; ein Szepter; einen Hahn; einen türkischen Tulbund (Turban) auf dem Kopf“. Zwar schreibt er beginnend: „alle haben von Natur ein Bildnis wie eine Spange“ – nur ein „Steinlein“ mit dem Bildnis einer Spange hat er selber nie gefunden, er muss sich demnach auf ältere Quellen gestützt haben (MERIAN z.B.). Vielleicht hat WINKELMANN aber auch die ersten wissenschaftlichen Abbildungen von Conrad GESNER (1655, „De rerum fossilum, lapidum et gemmarum figuris“) gesehen, der auch den Namen für Trochit für Einzelglieder und Entrochus für mehrere noch im Verband stehende Stielglieder prägte. WINKELMANN war auch nie in Spangenberg, eine große Zahl dieser „Spangen“ wurde ihm von Johann Diedrich Graf zu KUNOWITZ (fürstlich hessischer Hofbeamter) geschickt. Als Heilmittel gegen Fieber und andere Krankheiten beschreiben GESNER und BRÜCKMANN (in ABEL 1939) die Trochiten, die bis 1714 in Apotheken gegen vielerlei Leiden verkauft wurden. Als lebensspendendes Symbol (Sonne) trugen die Germanen Stielglieder (Sonnenradsteine) in Ketten um den Hals, sie dienten als Talisman.

 

PENNDORF (1926) beschreibt Spangenberg und Umgebung. So steht in der Unterstadt Oberer Buntsandstein (Röt) an, in der Oberstadt Mittlerer Buntsandstein des Bromsberges. Der Schlossberg besteht aus Unteren Muschelkalk – und dort findet man keine Trochiten von Encrinus liliiformis. Ein Rücken aus Oberen Muschelkalk, der im Knorrenberg an der Kirche von Albersdorf seine Fortsetzung findet, enthält aber Trochiten von Encrinus liliiformis. Zwischen dem Knorrenberg und dem Schlossberg liegt eine Stufe von Mittlerer Muschelkalk.

Auf die Darstellung von WINKELMANN stützt sich auch ENGELHARDT (1778) der den Namen der Stadt „von den in jeder Menge gefundenen kleinen runden Steinchen, mit denen der ganze Berg ausgefüllt ist“ ableitet.

 

Der heute genannte Schlossberg, der ja ganz gefüllt mit den runden Steinlein sein soll, hatte nie den Namen Spangenberg, aus dem 16. Jhd. urkundlich belegt hieß er Borgkberg. Woher kommt also der Name Spangenberg? Orts-, Berg- und Flussnamen die mit dem Wort „Spange“ gebildet sind gibt es derer viele, so z.B. Spangen-Dahlem (Spangendahlem) bei Trier, Spangen (?) in Friesland und bei Verden (diese beiden sind im Postleitzahlenbuch, gültig vom 1.7. 1993 nicht ausgewiesen, möglich sind aber kleine Ortsteile – Weiler, einzelstehende Gehöfte, Domänen o.ä.). In Süd-Holland der Ort Spangen, bei Stockholm Spanga, in Ost-Gotland ein Spangnäs. In Nord-Norwegen kennt man das Spang-Fjäll-Hochgebirge, in Süd-Schottland den Fluss Spango-Water. In der Ausgabe des Altdeutschen Namensbuches von JELLINGHAUS (1916; Erstausgabe von Ernst FÖRSTEMANN) wird dargestellt, dass die mit „Spange“ gebildeten Ortsnamen von der Lage der Örter abzuleiten seien. In dem Buch „Malerische Ansichten“ (1860) wird über den Standort von Schloss und Stadt Spangenberg wie folgt geschrieben: „Es galt sicher jener uralten Straße, welche von Thüringen über Kreuzburg und Waldkappel und dann über Spangenberg und Homberg nach dem Maine und Rheine führte. Man wollte derselben einen Schutz verleihen und nebenbei auch die Vorteile nutzen, welche im Geleit sich darboten“.

 

Im althochdeutschen bedeutet Spanga „Riegel oder Balken“. Dieser Ausdruck findet vielfache Verwendung, so z.B. Vorrichtung zum Zusammenhalten von Kleidern, Eisenbänder welche die Bretter einer Tür zusammenhalten und sich in den Angeln drehen, zusammenhaltende Teile im Haus- und Brückenbau, Querhölzer zum Zusammenhalten der Stämme von Flößen.

Der Name Spangenberg leitet sich durch die Lage der Befestigungsanlage auf dem Borgkberg ab. Die ehemalige Burg wurde als Höhenburg zum Schutz der alten Heer- und Handelsstraße „durch die langen Hessen“  und „der Alte Weg“ erbaut. Die Erbauer, die Herren von Treffurt, die sich seit 1238 auch „von Spangenberg“ nannten, gelten auch als die Gründer der Stadt 1214, die 1261 erstmals als Stadt erwähnt wurde (1309 das Recht dazu bestätigt). Die Burg vermochte wie mit einem Riegel oder Balken oder wie mit einer Spange die Straßen (beide führten durch das Pfiefe- und Essetal) zu sperren, sie übte Kontrolle aus. Burgen wurden immer an hochgelegenen strategisch wichtigen Punkten errichtet, so auch die Felsburg als „Spange“ bei Felsberg. Auch hier war die gleiche Bedeutung der Burg: den Handelsweg „Salzstraße“ und die Ederfurt zu beobachten und zu schützen (oder Zoll- und Steuern kassieren, oder zu rauben / plündern).  

 

Literatur:

 

Arnold, Wilhelm (1875): Ansiedlungen und Wanderungen deutscher Stämme. Seite 333, Marburg

Autotenkollektiv (1999): Kulturelle Entdeckungen Nordhessen I – Landkreis Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder-Kreis. Seite 165-167, Hrsg.: Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen in Verbindung mit den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder-Kreis

Buhre, Heinz (2004): Fundgrube für Hobbygeologen. In: Mitteilungen, Nr. 27, Journal des hessischen Museumsverbandes, Seite 40-41, Kassel

 

 

Das Kurfürstentum Hessen (1860): Malerische Original-Ansichten – von einem historisch-topographischen Text begleitet. Seite 405, Darmstadt

Engelhardt, Regnerus (1778): Erdbeschreibung der Hessischen Lande. Seite 213, Kassel

Frischkorn, G. (1930): Woher kommt der Name Spangenberg? In: Hessenland, Heft 12, Monatszeitschrift für Landes- und Volkskunde, Kunst und Literatur Hessens, Seite 374-376, Elwert-Verlag, Marburg

Heidelbach, Paul (1909): Zum 600 jährigen Stadtjubiläum Spangenberg 1309-1909. In: Hessenland, Nr. 15, Seite 210-212 (212), Zeitschrift für Hessische Geschichte und Literatur, Marburg

Heßler, Karl (1907): Landes- und Volkskunde. Band I, Seite 424, Marburg

HNA (1994): Wandern mit der HNA. Ausgabe vom 2.3. 1994

HNA (2004): Was zu Uromas Zeiten Trend war – Museumstag gewährt Einblicke in die Vergangenheit. Ausgabe vom 15.3. 2004

HNA (2006): Heimatmuseum öffnet am 1. Mai. Ausgabe vom 29.4. 2006

HNA (2006): Geschichten vom fahrenden Schuster – Heimatmuseum birgt Schätze und Geschichten. Ausgabe vom 16.9. 2006

Jellinghaus, Hermann (1916): Altdeutsches Namensbuch. Neue Ausgabe, 2. Band, Spalte 832

Landau, Georg (1842): Beschreibung des Kurfürstentums Hessen. Seite 296, Kassel

Naumann, Peter (1988): Rezension zum Dia-Vortrag von Norbert NORDMEYER: „Spangensteine und Donnerkeile – steinalte Funde aus dem Umkreis von Kassel“. In: Rückblick, 4, Jahrgang, Zeitschrift der Geologischen Interessengemeinschaft Nordhessen (GIN), Seite 93-94, Hofgeismar

Naumann, Peter (1990): Der Name Spangenberg und seine Deutung. In: Rückblick, 6. Jahrgang, Zeitschrift der GIN, Seite 32-34, Hofgeismar

Naumann, Peter (1991): Der Name Spangenberg und seine Deutung. In: Hessischer Gebirgsbote, Nr. 4, Seite 140, Zeitschrift des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins, Melsungen

Naumann, Peter (2006): Zu den Spangensteinchen, HNA 29.4. 2006, Heimatmuseum öffnet am 1. Mai und Ichtyo-Saurier, HNA 19.5. 2006, Kramladen mit Charme – Heimatmuseum und Jagdschau laden ein zum Internationalen Museumstag. In: P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen, Seite 42-45, Felsberg

Penndorf, Hans (1926): Geologische Wanderungen im Niederhessischen Bergland. Heimatschollen-Verlag, A. Bernecker, Seite 220-238, Melsungen

Schulbuch (1969): „Hessen unser Heimatland“, Seite 14, Verlag Diesterweg

Winkelmann, Johann Just (1697): Gruendliche Und Wahrhafte Beschreibung Der Fuerstenthuemer Hessen Und Hersfeld ..... Seite 269-270, Bremen

 

 

 

 

Edergold

 

Gold ist selten. Alles geförderte Gold der Erde ist nur ein Würfel von 18 Meter Kantenlänge groß. Aber alles Gold der Erde, in Flüssen, im Meerwasser, im Gestein und im Magma ist doch erheblich. Man könnte damit alle Kontinente, alles Land, knietief mit Gold bedecken.

 

Viel ist über das Edergold und seiner Primärlagerstätte (Mutterlagerstätte, Ursprungsgebiet, der Eisenberg bei Korbach-Goldhausen) geschrieben worden. Das Archiv des Verfasser enthält zum Schwerpunkt „Gold in Nordhessen“ rund 200 Quellen, davon knapp 100 Quellen zu Sekundärlagerstätten (Seifen, Waschgold) und davon wiederum 15 Quellen die den Schwalm-Eder-Kreis (vor-herrschend Felsberg) betreffen.

Edergold hat seine besondere Ausstrahlung – als Flitterchen, kleine Nugget oder Münzen. So braucht man rund 25000 Flitterchen für ein Gramm (wie zählt man so etwas aus?) Dies mag schon die Mühseligkeit der Goldwäscherei aufzeigen. In der Eder lagert sich das Gold, bedingt durch seine Winzigkeit mehr oben im Sand und Kies ab (es schwebt, schwimmt – das 24 Karat Blattgold im Danziger Goldwasser ist flächenmäßig größer; Blattgold ist nur ein zehntausendstel Millimeter dick) – im Gegensatz zu anderen Seifen, wo bedingt durch das hohe spezifische Gewicht und die „Größe“ der Goldteilchen das Gold „nach unten“ wandert. Auf rund 55 Kilometer ist die Eder eine Goldseife (nur bis zur Mündung der Schwalm in die Eder bei Altenburg gab es Goldwäscherei, die Schwalm verdünnte den Goldanteil zu stark um noch eine Ausbeute zu haben), dazu kommen noch die kleinen Flüsse und Bäche im Eisenberg-Einzugsgebiet (z.B. Aar, Hoppecke, Itter, Marbeck, Mombeck, Orke, Rhena, Wennebach). Aber mit dem Gold ist es so eine Sache. Die Größe der Goldflitter beträgt 0,1 bis max. 0,5 Millimeter. Die Winzigkeit lässt schon beim Goldwaschen in der Goldwaschpfanne bei Unachtsamkeit das Gold dahin befördern wo es gerade entnommen wurde. Der Goldgehalt des Edersandes wird mit 0,02 bis 0,04 g/t angegeben.

Die Goldgröße wird bei SCHRAMMEL (1996, 1997) mit 0,1-0,5 mm angeführt. KIRCHHEIMER (1972, 1973) führt dagegen die Größe mit 0,027-0,640 mm und das Gewicht  mit „etwa“ 0,01 mg an.

In vielen mineralogischen Sammlungen (privat, städtisch, staatlich) ist einiges an Gold aus der Eder vorhanden. So hat z.B. die mineralogische Sammlung im Lippischen Landesmuseum Detmold nicht wenig Gold, 1832 gewaschen. Auf der Gewerbeausstellung in Gießen 1914 war Edergold ausgestellt. Durch den Edersee fehlt heute der „Nachschub“ an Gold, aber man kann auch heute noch im gesamten Ederbereich Gold finden. In 8/1985 konnte der Verfasser  bei Schmittlotheim einige wenige Flitterchen auswaschen – es reicht aber nicht für eine Zahnfüllung bei einer Zwergspitzmaus. Auf der Mineralien- und Fossilienbörse in Detmold (10/1986) wurden einige kleine Goldportionen aus Edersand (aus alter Sammlung) angeboten, eine Belegportion wurde erworben..

 

Trotzdem war die Ausbeute immerhin ausreichend um Münzen aus Edergold zu schlagen. Landgraf PHILIPP ab 1480. 1677 war es Landgraf CARL der Doppeltgoldgulden schlagen ließ. In der Regierungszeit unter Landgraf CARL  konnten zur Turmhaft verurteilte Sträflinge die Goldwäscherei an der Eder wählen. 1731 war es Landgraf FRIEDRICH I (der zugleich, durch Einheirat, König von Schweden war) der den Halben Ederdukaten mit der Aufschrift Eddergold schlagen ließ (in drei Varianten). 1775 folgte der Dukate durch Landgraf FRIEDRICH II und 1776 der 1/32 Dukat (ein Miniatur-Dukat). 1835 gab es dann noch den halben Dukaten durch Baron Wilhelm Ludwig Freiherr von ESCHWEGE, der zwischen 1832-1835 erfolglose Waschversuche an der Eder bei Bergheim durchführte. 2500 Kubikmeter gewaschener Sand erbrachten nur 300 Gramm Gold. Im Mai 1832  wurde die „Hessisch-Waldeckische Kompagnie zur Gewinnung des Goldes aus dem Ederflussgebiet“ in Kassel gegründet. Einer der Mitunternehmer war der Oberbergrat und Maschinenbauer Carl HENSCHEL, der die Anlagen und Maschinen hierfür einbrachte. ECHWEGE stand in Königlich portugiesischen Dienst in Brasilien wo er u.a. Goldwäschereien aufbaute. 1807 Hauptmann in der Mineurkompagnie des portugiesischen Artilleriekorps und 1821 Ernennung zum Oberst des Geniekorps. 1855 in Wolfsanger (Kassel) gestorben und dort beigesetzt.

Der Halbe Edergolddukat enthält die Umschrift FRIDERICIUS D G REX SVECIAE / EDDERGOLD 1731 (Friedrich von Gottes Gnaden König von Schweden), er wurde 1977 von der Kreissparkasse Frankenberg nachgeprägt. Der Edergolddukaten von 1775 enthält auf der Vorderseite die Umschrift FRIDERICIUS II. D G HASS LANDG HAN COM  (Friedrich II. Von Gottes Gnaden Hessischer Landgraf, Graf von Hanau) und auf der Rückseite SIC FUG LITORA ADRANAE AURI FLUAE (so schimmern die Ufer der goldführenden Eder). Hiervon gab es von der Raiffeisenbank Gensungen 1982 eine Nachprägung.

1982-1994 Waschversuche in Kiesgruben der Eder zwischen Mehlen und Felsberg, um Gold als Nebenprodukt der Kiesförderung zu gewinnen. 1991 wurde aus dem bereits gewonnenen Gold eine Ausbeutemedaille geprägt.

 

Das Gold kommt in der Eder auch als Lösung vor, Dies bezeugen Funde von Reißverschlussteilen, Schrotkugeln u.a. die auf natürlichen Wege vergoldet wurden. Dieser Vorgang ist schon länger bekannt. Die im Wasser vorhandene Goldlösung kann man als „Goldkeime“ bezeichnen. Unedle Metalle, aber auch schon vorhandenes Gold wird von den Gold“keimen“ veredelt bzw. es „wächst“ (die Keime lagern sich an, das Gold wird größer). Geochemische Barrieren sind für die Bildung von Seifengold entscheidend. Der plötzliche Wechsel der Elektrolyte sind dabei der ausschlagende Faktor. Seifengold (kleine Nugget) sind Produkte einer elektrochemischen Fällung, z.B. wenn Wasser mit Gold (gelöstes Gold) Kalke queren muss. Die plötzliche Änderung des ph-Wertes des bis dahin saueren (durch Huminsäuren) Wassers führen zwangsläufig zur Goldfällung.

 

Die Winzigkeit des Goldes der Eder führte auch zu einer besonderen Ernte – anhaftendes Gold an der Ufervegetation (RAMDOHR). Die Bauern „ernteten“ Gras und Schilf im Uferbereich nach der Schneeschmelze, verbunden mit über die Ufer tretenden Wasser und nach Hochwasser. Das Material wurde vorsichtig „geerntet“ und verbrannt. Die Asche enthielt Gold (konnte Gold enthalten). Es dürfte sich dabei um angeheftete Goldkeime und anderseits um angeheftete Goldflitterchen mit Schlamm handeln.

Gold, Aurum, ist im Meerwasser mit 0,04 mg/cbm enthalten. Das Gold der Eder, über den Eisenberg (Schwarzschiefer, eine unterkarbonische Schichtfolge), soll ebenfalls seinen Ursprung im Meerwasser haben. Das im Ozean enthaltene, gelöste Gold wurde während der Ablagerungszeit durch untermeerisch austretende magmatische Gase (SO2) aus dem Wasser als festes Gold ausgefällt und in den Schwarzschieferschlamm eingelagert. Bei erneuten Lösungs- und Wiederausfällungsprozessen in den festen Sedimentschichten, die nach der Auffaltung des Gebirges stattfanden, kam es wieder zu einer Wanderung des Goldes (Lateralsekretion).  

 

Urkundlich belegt ist die Goldwäscherei im Waldeckischen seit 1308 mit der „Verordnung über die Goldwäscherei“ und schon immer suchte man im Edersand nach Gold (z.B. Bergheim, Wega, Wellen). Vermutlich wurde schon um 1230/50 Goldwäscherei betrieben. Im 16. Jahrhundert war die Eder wegen ihres Goldsandes weit bekannt. Vom 16. bis 19. Jahrhundert betrieb die Familie LÖWE bei Altenburg die Goldwäscherei, die 1850 eingestellt wurde. Der größte Goldfund aus dem Bereich der Eder stammt übrigens aus dem 19. Jahrhundert. Aus der Netze wurde ein fünf Millimeter großer Nugget gewaschen (KLEIN, 2005). Im Schwalm-Eder-Kreis war die Goldwäscherei bei Fritzlar, Niedermöllrich, Altenburg, Altenbrunslar und Gensungen angesiedelt. Reich sind sie alle nicht geworden die Goldwäscher dort und darüber hinaus. Hermann FRÖHLICH beschreibt in „Ein heimatliches Hausbuch“ die Mühsal der Goldwäscherei, ein Goldwäscher lässt sich darüber aus: „Von der Altenburg hinauf bis nach Möllrich und hinunter nach Gensungen habe er die Sandbänke schon dutzendemale umgedreht und keinen Erfolg gehabt“; ..... der Landgraf soll ihn von seiner Pflicht entbinden; er wolle lieber Schweine hüten, als Gold waschen. Die Helfer, die der Landgraf schickt, sind keine Unze wert. Zumeist alte Krieger, die sich kaum noch auf den Beinen halten, geschweige denn im Wasser stehen können. Die Konzession wolle er lieber zurückgeben“. Aber mit „Gold“ im Namen hat man es hier. Zum Beispiel der Goldbergsee (Tagebaurestloch des Braunkohlenabbaus) bei Ostheim, der Goldberg zwischen Lengemannsau und Sipperhausen, die Goldbergstraße in Dickershausen und die Goldbachstraße sowie die Goldbachwiesenstraße in Spangenberg. 

 

Bei der Winzigkeit der Goldflitterchen waren flache Tröge, Waschschüsseln oder Schalen (Pfannen) an der Eder kaum oder nicht zu gebrauchen. Die Ausbeute wäre für die Wäscher zu gering gewesen. Die Goldgewinnung an der Eder, die der Dichter Helinus HESSUS (1488-1540) mehrfach als „Aedera auriflua“ bezeichnete, benötigte mit groben, rauen Tuch bespannte Rinnen (sogenannte Planenherde), wie sie in vielen Ländern, Kulturen und Gewinnungsgebieten in unterschiedlicher Bauweise üblich waren. Die Herde (hölzerne Rinnen) waren mehr oder weniger steil hergestellt. Sand und Schlamm wurde aufgeschaufelt und Wasser darüber geleitet. Die leichten Bestandteile (der Sand und Schlamm) wurden fortgespült. Die Goldflitterchen blieben im Flanelltuch hängen. Ein „Goldenes Flies“ (in der griechischen Sage von einem Drachen bewachtes Widderfell, von Jason mit Hilfe Medeas aus Kolches nach Griechenland zurückgebracht) wurde an der Eder aber nicht gewonnen.

Die Goldgewinnung mit Schaffelle, Stierfelle, Pferdefelle oder ein Gewebe aus Pferdehaaren war ebenfalls üblich – aber nicht an der Eder (?). Das Tuch oder die Felle wurden nach einer gewissen Zeit ausgewaschen (Fass, Bottich), das Gold konnte so leichter gewonnen werden. Auch die Bespannung mit grünen Tuch ist bekannt. Wenn das grüne Tuch golden schimmerte wurde es ausgewaschen. Der Planenherd an der Eder war eher steil gestellt. Das Tuch (langfaserige Wolltücher) wurde durch Querrippen stufenartig gespannt und bildete dabei kleine wannenartige Vertiefungen in denen sich die Schwermineralien und das Gold sammelte – sofern es vorhanden war! An der Eder unüblich (?) war am Überlauf des Planenherdes ein Fass (Sichertrog, Läutertrog, Waschtrog) zum Auffangen von Sand, Schlamm und Gold (der Schlich). Der Schlich wurde extra gewaschen oder nochmals über den Planherd gewaschen. Eine ungewöhnliche Art des Herdes war der mit Rasen. Die Rinne wurde mit grasreichem Rasen ausgelegt. Das Gold setze sich am Rasen fest, dieser wurde im Sichertrog ausgewaschen. Georg AGRICOLA beschreibt anschaulich in Text und Holzschnitten 13 verschiedenen Goldwaschgewinnungsarten.

 

„Goldmachen wär’ die beste Kunst, / wär’ nicht alle Müh’ umsunst“

(Abraham a Santa Clara, 1644-1709; eigentlich Ulrich MEGERLE, schwäbischer Augustinermönch und Kanzelredner in Wien zurzeit der Türkenbelagerung 1683)

„Goldmachen“ wollte auch der Alchimist Claus von URBACH, der 1453-1455 sein Unwesen auf der Felsburg (bei Felsberg) trieb. Der Scharlatan hatte dem Landgrafen (Hermann oder Ludwig II ?) versprochen Gold zu erfinden. Als aber der Erfolg ausblieb, wurde er des Landes verwiesen.

Mit Gold könnte man aber in Felsberg etwas aufbauen. Goldwaschen, Goldwaschtage! Als Kinderaktion, Goldwaschplatz für Kinder, wie es über das Motto „Ederauen – Leben am Fluss“, eine Kooperation von Edertal, Bad Wildungen und Fritzlar (HNA, 2003) gemacht wird. Der Felsberger Burgenverein und der Heiligenbergverein veranstalteten in 2004 unter dem Motto „Zeitreise ins Mittelalter“ auch Goldwaschen für Kinder (einmalige Aktion?). Ebenfalls in 2004 veranstaltete die Stadtsparkasse Felsberg und die Sparkassen-Versicherung zum Lichterfest in Felsberg einen Goldwasch-Wettbewerb für Kinder. Aber auch nationale wie internationale Goldwaschwettbewerbe wären machbar. Das Thema im Jahrbuch 2005 Schwalm-Eder-Kreis war „Felsberg im Porträt“ mit 63 Seiten. Davon gerade 5 ½ Zeilen (Seite 25, rechte Spalte) über die Goldwäscherei bei Altenburg. Der Grundgedanke für Goldwaschaktionen in Felsberg wurde in 2005 der Stadt mitgeteilt. Die Verantwortlichen aus der Tourismusbranche sind auf Goldwaschen aufmerksam geworden (Happy info, 2005). So möchte man bei Mehlen für Einheimische und Touristen das Goldwaschen anbieten. Wo wurde sonst in Hessen (außer um Goldhausen und im Kreis Waldeck-Frankenberg) Gold gewaschen: Möllrich, Fritzlar und Altenburg, Gensungen, Altenbrunslar – Felsberg. Wer hat sonst so ein Bonbon? Warum nicht Vorteile nutzen und diese tourismusfördernd  vermarkten? Eine werbewirksame Öffentlichkeitsarbeit in der Internetseite der Stadt Felsberg dürfte Goldwaschen zum Renner werden lassen.

 

Eine Steinbild-Miniatur (Nr. 13, von zurzeit 15 Miniaturen) vom Verfasser 2003 erstellt, hat den Titel „So schimmern die Ufer der goldführenden Eder“. Es handelt sich um eine 9x6,5 cm große Schieferplatte mit Edersand, welche künstlich mit Goldflitter angereichert ist und die Goldführung der Eder und die Goldwäscherei bis Altenburg darstellt. Kleine Stücke Kieselschiefer und Quarz (roh und poliert) und als ortsfremdes Material Pyrit in Achat (poliert) weisen auf das Material Kies hin. Eine umschließende Goldkette soll hinweisen auf das „Freikaufen“ aus der Turmhaft in die Goldwäscherei  an der Eder unter den hessischen Landgrafen und Hinweis sein auf die Münzprägung aus Edergold.

 

Literatur:

 

Agricola, Georg (1556): De re metallica libri. Basel, Vom Berg- und Hüttenwesen, Achtes Buch,

Fröhlich, Hermann (1984): Vergangene Jahre sind wie Tage – Ein heimatliches Hausbuch. Seite 180, Gensungen

Führer zur Ausstellung der Hessischen Staatsarchive zum Hessentag 1981: Hessische Entdecker – Forschungsreisen in fünf Erdteile: In den Wäldern Brasiliens, Seite 12-13

HNA (2003): Bald auch Goldwäsche am Ederauenradweg. Ausgabe vom 5.6. 2005

HNA (2004): Von der Burg zum Goldrausch – Kinder besuchten die Altenburg und suchten nach Schätzen. Ausgabe vom 20.8. 2004

HNA (2004): Stadtsparkasse belohnte Goldwäscher. Ausgabe vom 29.10. 2004

Kirchheimer, Franz (1972): Erläuterter Katalog der deutschen Flussgold-Gepräge. Seite 57-59, Freiburg i. Br.; In: M. Horn und J. Kulick (1973): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Hessen, Blatt 4820 Bad Wildungen, Seite 264-266 (Das Edergold), Hrsg.: Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden

Klein, Uli (2005): Suche nach dem Korbacher Gold in der Eder – Mit Sieben und Pfannen dem Edelmetall auf der Spur. In: Happy info – Das Gästejournal, Juli, Seite 43, Hrsg.: Touristikservice Waldeck-Ederbergland

Naumann, Peter (1985): Der Goldhausener Eisenberg – die interessanteste Goldlagerstätte in Deutschland. In: Geologische-mineralogische Mitteilungen aus Nordhessen, 4. Jahrgang, Seite 30-31, Hofgeismar

Naumann, Peter (1986): Exkursionsbericht Goldwaschen. In: Rückblick, 2. Jahrgang, Seite 1-2, Zeitschrift der geologischen Interessengemeinschaft Nordhessen (GIN), Hofgeismar

Naumann, Peter (1987): Der Goldhausener Eisenberg – die interessanteste Goldlagerstätte in Deutschland. In: Hessischer Gebirgsbote, Nr. 2, Seite 11, Zeitschrift des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins, Melsungen / Kassel

Naumann, Peter (2006): Rezension zum Diavortrag von Marianne Schrammel in Gensungen – mit Anmerkungen. In: P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen, Seite 18-21, Felsberg

Poth, Hans (2004): Felsberg die 3-Burgen-Stadt. In: Jahrbuch 2005 Schwalm-Eder-Kreis, Seite 20-26 (22), Hrsg.: Der Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises

Ramdohr, P. (1932): Die Goldlagerstätte des Eisenberges. In: Abhandlungen zur praktischen Geologie und Bergwirtschaftlehre, Band 21, Seite 1-39 (22), Verlag von Wilhelm Knapp, Halle/Saale 

Schrammel, Marianne (1996): Der Goldbergbau an der Eder. Geschichtsverein Fritzlar – Beiträge zur Stadtgeschichte, Nr. 11, 32 Seiten

Schrammel, Marianne (1997): Der Goldbergbau an der Eder. In: 2. Montanhistorisches Kolloquium – Die hessisch-lateinamerikanischen montanhistorischen Beziehungen vom 16. bis zum 20. Jahr-hundert, Seite 82-86, Hrsg.: Magistrat der Stadt Borken

 

 

 

 

Der ehemalige Gipsabbau in Morschen-Konnefeld

 

Die Gipsgewinnung in Konnefeld für unterschiedliche Verwendung ist fast 500 Jahre alt. Als Krone aller niederhessischen Gipslager galt über mehrere Jahrhunderte das Konnefelder Vorkommen. Der größte Bekanntheitsgrad ist wohl durch den Abbau für verschiedene Wirtschaftsbereiche, vorwiegend in der Bauwirtschaft gegeben: z.B. für hochwertige Baugipse, Bindemittel für Estriche, Abbindeverzögerer für die Zementindustrie, Gipsvollwandplatten, Gipskartonplatten, Putzgips, Stuckgips, Formengips, medizinisch als Gipsverband. Dafür muss der gemahlene Gips nur durch kalzinieren (brennen) entwässert werden.

Entstanden ist Gips in der Zechsteinzeit (258-248 Millionen Jahre)  als Ablagerung aus dem Meerwasser. In sehr flachen Meeresbecken kam es zur Eindampfung, wobei sich zuerst Carbonat (Kalk, Dolomit), dann Sulfat (Anhydrit, Gips) und zuletzt Chlorid (Steinsalz) ablagert.

 

Der ehemalige Gipsbruch ist heute nahezu rekultiviert. 1995 bei der letzten Exkursion zum Bruch (der Abbau ruhte schon) begannen Rekultivierungsmaßnahmen zu greifen, auf der untersten Sohle ein ziemlich großer See. REIMANN & SCHULMEISTER (1994) zeigen in einer Luftbildaufnahme (mit See)  Abbaugelände und  bereits vorhandenen Rekultivierungsgelände (Seite 11, Abbildung 28) und den Abbauzustand 1984 sowie den Zustand der Rekultivierung kurz nach Abbauende 199. ? (Seite 20, Abbildung 54). Der Gipsstein wird von KULICK & PAUL (1987) als dolomitisches, grob- mittel- auch feinflaseriges, vergipstes Sulfatgestein erläutert.

 

Bekannt in der Kunst wurde Konnefeld aber durch den Alabaster (weiß, grau, gelblich). Das Alabastervorkommen wurde bereits von DILICH (1605) in der „Hessischen Chronik“ erwähnt. DILICH (eigentlich SCHEFFER) dessen Geburtshaus in Wabern steht, war Hofhistoriograph für Landgraf Moritz des Gelehrten von Hessen, Schriftsteller, Kupferstecher, Geometer und Kartograph. Alabaster, ein feinkörniger Gipsstein, hat seinen Namen (über das Griechische) wahrscheinlich von kleinen Salbentöpfen die aus diesen Gipsstein geschnitten wurden. Eine zweite Deutung beinhaltet dass Alabaster seinen Namen durch den Fundort nahe der ägyptischen Stadt Alabastron ca. 300 Jahre v. Chr. erhielt. In der Antike wurde „Alabaster“ aber auch auf mikrokristalline Kalksteine verwendet.

 

Die Feinkörnigkeit und die leichte Bearbeitung war es, die den Alabaster unter den Landgrafen als edlen Stein aufwertete – zumal hier in Nordhessen „edle“ Steine nicht sehr häufig waren. 1557 waren die Arbeiten aus Konnefelder Alabaster für die vier Godefroy-Reliefs für das Kasseler Stadtschloss fertig, die wohl einige Jahre gedauert hatten. Der niederländische Bildhauer Elias GODEFROY war es der diese Flach- und Hochreliefs mit Szenen aus der Bibel schuf: Genesis, 121x295 cm; Leben Christi, 121x242 cm; Gleichnis von dem Reichen und dem armen Lazarus, 121x178 cm; Jüngstes Gericht, 121x298 cm.

Die Reliefs wurden bei dem Feuer 1811 im Stadtschloss nicht zerstört, sie waren schon weit vorher in das landgräfliche Kunsthaus gebracht worden. Nach vielen Wirrnissen (Kriege, Auslagerung, Kriegsbeute) kamen sie 1938 in das Landesmuseum in Kassel und wurden dort, im Keller in Kisten verpackt und vergessen, 1986 „wiederentdeckt“. Der Kasseler Bildhauer Siegfried SPRINGER und der Restaurator am Landesmuseum Winfried SCHURM restaurierten die Reliefs. Dabei verwendete man Alabasterstücke von Konnefeld, die in Farbe und Maserung dem Stein von 1557 entsprechen (HUHN, 1986). Diese vier Kunstwerke im Landesmuseum Kassel machen damit Konnefeld in der Kunstwelt weit über die Grenzen der Region bekannt.

WINKELMANN (1697) erwähnt Alabaster von Konnefeld mit „Alabastertäfelungen im Marburger Stadtschloss“ (leider weitgehendst beim Schlossbrand zerstört), Alabaster in der Capelle zu Rotenburg mit „mehrenteils mit Schoenen ausgehauenen Stuecken aus Alabaster ausgearbeitet“ und ein Zimmer im Kasseler Stadtschloss mit „das Zimmer sei oben und unten und rings umher an allen Orten von ganzem Alabaster bekleidet gewesen“. LANDAU (1842) äußert sich gleichermaßen wie WINKELMANN und lobt den Alabaster. Ebenfalls aus Konnefelder Alabaster sind Elemente für das Grabdenkmal für Landgraf Philipp den Großmütigen und seiner Gemahlin Christine Amalie von Sachsen in der Martinskirche in Kassel. 1567-1572 geschaffen, kombiniert mit schwarzen Schupacher Marmor, Kreis Limburg-Weilburg (FREDE & KNÖPPEL).

 

Ab 1800 wurde Gips als Düngemittel in der Landgrafschaft Hessen genutzt. Die ersten staatlichen Versuche fanden im Amt Spangenberg und in der Vogtei Heydau statt. Aber nur im Kleeanbau wurden Ertragsverbesserungen erzielt und bis 1875 Gips gezielt dafür verwendet. Gipsdünger wurde aber allgemein bis 1955 in der Landwirtschaft eingesetzt. Düngegips enthält Sulfat-Schwefel und dieser ist ein notwendiger Düngerbestandteil. HARTMANN (1769) bewertet Gips schon weit früher über chemische Analysen  als ungünstig, während er Kalk als weit günstiger bewertet. Trotzdem wurde dann Düngegips als eine sprudelnde Goldquelle gesehen und zwischen 1838 und 1867 in konzessionierten Gipsmühlen an der Fulda Gips durch ein Pochwerk (die Stampe, Gipspoche) zu Pulver zerkleinert. Die ab 1866 Königliche Ober-Berg- und Salzwerks-Direktion im Königreich Preussen verzichtete ab 1867 auf eine Konzessionierung für das Gewerbe des Gipsstampfens und des Handels mit Gips. Die nun freigewerblichen Gipsmühlen produzierten aber weiter. Auch in Kassel-Niederzwehren, im Gebäude der Neuen Mühle, befand sich vor 1823 ein herrschaftliches Gipspochwerk (RAABE, 2000). Auch dort wurde bereits Konnefelder und Heinebacher Gips verarbeitet (Transport wohl auf der Fulda). Der Messinghof in Bettenhausen (das Fabrikamt Messinghof unterstand der Ober-Berg- und Salzwerks-Direktion) war der Auftragsgeber für die Gipsmühle, die aber wohl nicht wirtschaftlich gearbeitet hatte, denn sie wurde im Januar 1823 an einen Pulverfabrikanten verpachtet. Durch den Gipsabbau ist der in der Literatur gerühmte Alabaster-Felsen zu Konnefeld verschwunden. Vermutlich ist er durch den Konnefelder Steinbrecher ALBRECHT abgetragen und in der Neumorschener Mühle des Müllers EIDAM zu Pulver gestampft worden (BODENBRENNER, 1991). Aber spätestens beim industriellen Abbau wäre dem Felsen das gleiche „Schicksal“ geschehen – obwohl er heute als Geologisches Denkmal interessant wäre.

 

Bekannt geworden ist Konnefelder Alabaster auch als „Hessischer Marmor“, der in Morschen für kunstgewerbliche Produkte (PENNDORF, 1926) verwendet wurde, so z.B.: Waschschüsseln, Kerzenhalter, Schalen, Vasen, Dosen, kleine Schatullen, Zierat.

Einen kleinen Beistelltisch mit Alabasterplatte (41x41 cm) konnte der Verfasser in Bischhausen auf der Mineralien- und Fossilienbörse mit Antik- und Flohmarkt (Bischhäuser Museumsverein) in 11/1984 mit den Herkunftshinweis „Morschen“ erwerben. Vielleicht gibt es in Morschen und Umgebung ja noch solche Erzeugnisse.

 

Alabaster lässt sich leicht schnitzen, schaben, schleifen, schneiden und drechseln. Die Bearbeitung, außer drechseln, kannte man schon im Alten Ägypten, wo aus Alabaster Salbentöpfe, Vasen usw. und Sarkophage (gr. „Fleischverzehrer“) hergestellt wurden. Die heutige Alabaster-„Kunsthandwerk“-Industrie in Ägypten, Spanien, Italien (aus der Toskana als „Castellina-Marmor“ bekannt) beliefert den Markt mit Kunst, mehr aber mit Kitsch.

 

Auch für Mineraliensammler war der Konnefelder Bruch interessant. Gefunden wurde Alabaster, Gipsrosen, Gipskristalle, Fasergips (rot, weiß), Marienglas (Pakete bis 30x20x4 cm, teilweise gelbe Fluoreszenz, UV, LW), Calcitkristalle, Kalksinter (teilweise schleifwürdig, weiße Fluoreszenz, UV, LW), Goethit (Krusten, glaskopfartig) und Schwefel (alle Sammlung Verfasser).

Marienglas, ein grobkristalliner umkristallisierter Gips, ist farblos und wurde früher als Glasersatz zum Schutz (Verschmutzung durch Staub, Fingerfett und Küsse) von Heiligenbildern und Ikonen genutzt. Schwefel kam nicht oft vor, obwohl nicht wenig unerkannt im Brecher landete, und war bei Sammlern begehrt. Auch früher zu Zeiten der Landgrafen hatten die Steinbrecher auf Schwefel zu achten, denn Schwefel war wichtig für die Landesverteidigung, zur Schwarzpulverherstellung. Schwefel war in der Landgrafschaft selten und musste aus jeder Art von „Ausland“, zumeist stangenweise aus Sizilien (über Frankfurt als Umschlagsplatz) beschafft werden. Der einheimische Schwefel stammte aus dem Röstprozess zur Entschwefelung der Erze (Kupferschiefer, Richelsdorfer Gebirge; Schwefelkiesvorkommen bei Elgershausen (WINKELMANN) nähe Kassel; Schwefelkiesnester in der Braunkohle des Meißner u.a. Kohlevorkommen).

Sedimentärer Schwefel wie in Konnefeld) entsteht nach dem Absatz des Sediments durch Reduktion (Rückführung) mittels organischer Substanzen, aber auch substanzabbauende Bakterien liefern Schwefel als Ausscheidungsprodukt.

 

Literatur:

 

Bodenbrenner, Kurt (1991): Die Gewinnung von Düngegips aus der Sicht der Kurhessischen Ober-Berg- und Salzwerks-Direktion. In: Hessische Heimat, Heft 1, Seite 3-11 (4, 8-11), Zeitschrift für Kunst, Kultur und Denkmalpflege, Marburg

Dilich, Wilhelm [genannt Scheffer, W.] (1605): Hessische Chronica. Seite 17, 150, Kassel

Frede, Michael & Knöppel, Volker (2004): Die Restaurierung des Philipps-Epitaphs in der Kasseler Martinskirche. In: Jahrbuch 2005 Landkreis Kassel, Seite 7-12, Hrsg.: Der Kreisausschuss des Landkreises Kassel, Kassel

Hartmann, L. von (1768): Abhandlungen vom Acker- und Wiesenbau. Seite 28

Huhn, Hans-Hermann (1986): Kunstwerke lagen im Keller. HNA, Ausgabe vom 23.7. 1986

Kulick, J. & Paul, J. (1987): Internationales Symposium Zechstein – Exkursionsführer II, Zechstein-aufschlüsse in der Hessischen Senke und am westlichen Harzrand. Seite 111, Hrsg.: Subkommission Perm/Trias der Stratigraphischen Kommission DUWG / IUGS, Wiesbaden 1987

Landau, G. (1842): Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. Seite 72

Naumann, Peter (1986): Rohstoff für Kunstwerke aus einem nordhessischen Steinbruch. In: Rückblick, 2. Jahrgang, Seite 9-10, Zeitschrift der Geologischen Interessengemeinschaft Nordhessen (GIN), Hofgeismar

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Naumann, Peter (1991): Schwefel in Nordhessen. In: Rückblick, Jahrgang 7, Seite 33, Zeitschrift der  GIN, Hofgeismar

Naumann, Peter (1994): Schwefel in Nordhessen. In: Hessischer Gebirgsbote, Nr. 1, Seite 14, Zeit-schrift des HWGHV, Kassel / Melsungen

Naumann, Peter (1996): Nordhessen: Landschaft – Geologie – Rohstoff – Kunst. In: P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen, 3. Jahrgang, Seite 46-47, Hofgeismar

Naumann, Peter (2000): Gips als Dünger. In: P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen, 7. Jahrgang, Seite 43, Hofgeismar

Penndorf, Hans (1926): Geologische Wanderungen im Niederhessischen Bergland. Seite 228, Hei-matschollen-Verlag, A. Bernecker, Melsungen

Raabe, Bernhard (2000): Die Neue Mühle in Kassel-Niederzwehren – Mühle, Gipspochwerk, Blech-fabrik, Kraftwerk, Museum – und Der Eisenhammer Bettenhausen. Seite 10, Hrsg.: Städtische Werke AG Kassel

Reimann, M. & Schulmeister, A. (1994): Gipsabbau mit der Natur – Rekultivierung und Renaturie-rung abgebauter und oberflächennaher Lagerstätten. 32 Seiten, Hrsg.: Gebr. Knauf, Westdeutsche Gipswerke, Iphofen

Winkelmann, Johann Just (1697): Gruendliche und Wahrhafte Beschreibung der Fuerstenthuemer Hessen und Hersfeld. Seite 38, 39, 40, 267, 275, Bremen

 

 

 

 

 

Die Geologie um Felsberg-Hilgershausen aus der Sicht eines Hobbygeologen, Mineralien- und Fossiliensammlers und Hobbyhistoriker des Berg- und Hüttenwesens

 

Die Geologie um Felsberg-Hilgershausen

 

Die Region um Hilgershausen (Felsberg, Homberg, Spangenberg, Melsungen) ist reich an „Geologie“: Muschelkalk, Basalt, Sandstein, Jura, Lehm- und Tongruben, Sandgruben, Kieswerke, Berg-, Hütten- und Hammerwerke, Eisenerz- und Braunkohlenbergbau, Braunkohlentagebau, Goldwäscherei, Gipsgewinnung, Kalköfen, Mineralien, Fossilien, „edle“ Steine.

Seit 2002 wohnt der Verfasser in Hilgershausen, vorher in Hofgeismar. Von Hofgeismar aus wurden bereits einige mineralogisch-paläontologische Exkursionen in die Region Spangenberg (Muschelkalk: Bergheim, Elbersdorf), Homberg (Basaltmineralien; Eisenerz bei Mardorf), Fritzlar (Lohne: Basaltmineralien), Felsberg (Rhünda: Basaltmineralien), Morschen (Konnefeld: Gipsmineralien; Kies bei Morschen) unternommen und dabei interessante Funde gemacht. Leider ist die Sammelsituation heute nicht mehr besonders gut, aber mit Ausdauer und Glück lassen sich immer noch gute Funde machen.

Historisch interessant sind die vielen Orte mit ehemaligen Bergbau oder Tagebau der verschiedenen Bodenschätze oder die Relikte davon. Einige Bergbaurelikte oder Aufschlüsse können als Bergbaudenkmal oder geologisches Denkmal angesehen werden. „Nachzutrauern“ was war lohnt sich nicht, was noch da ist wird wohl leider auch in Vergessenheit geraten.

Kohlenbergwerke oder Tagebaue: Melsungen, Beuern, Hilgershausen, Gensungen, Dagobertshausen, Ostheim (von dort sehr gute Gipskristalle). Frielendorf, dort auch Gewinnung der Farberde Rohbraun für „Kasseler Braun“ und vor 1820 schon braune Erdfarbe (durch Verwitterung manganhaltiger Eisenerze entstanden). Rohbraun, eine feinerdige rötlichbraun gefärbte Kohle entstand durch Verwitterung aus fester Kohle mit Zufuhr von Huminsäure. Die Urban’schen Farbenwerke lieferten weltweit „Kasseler Braun“  zur Herstellung als Farbgeber  für Bakelite, Schuhcreme u.a., Packpapier und alle braunen Papiere (Saftbraun), Schuppenbeize (braune Maserfarbe zur Holzmaserung-Imitation) – [siehe hierzu: NAUMANN, 1995, Der Farbkohlenabbau von Frielendorf. In: Geologische-mineralogische Mitteilungen aus Nordhessen, Nr. 5, „Kasseler Braun“ und die Farbenfabrik Habich in Veckerhagen, 21 Seiten, Hofgeismar].

Muschelkalk: Spangenberg, um 1900 noch viele Kalköfen, neben einfachen auch Zwillingsöfen, zur Herstellung von Ätzkalk.

Goldwäscherei: Fritzlar, Niedermöllrich, Altenbrunslar, Gensungen, Altenburg. 1850 eingestellt.

Eisenerzbergbau: bei Hebel und Gombeth.

Zechsteingips: Konnefeld, für bedeutende Kunstwerke, Kunsthandwerk, Düngegips, Bauwirtschaft.

Ton: Stollenbau bei Melsungen, guter Porzellanton, „Alaunerz“ zur Gewinnung von Alaun und Schwefelsäure.

 

Geologie und Funde Hilgershausen:

Eigentlich war es nur der ehemalige Basaltbruch mit Säulenbasalt am Geschellenberg und sind es die Felder um Hilgershausen. Der ehemalige Basaltbruch (Vulkanismus vor ca. 19-7 Millionen Jahre im Miozän [25-5 Millionen Jahre]) wurde als Rohstofflieferant für den Autobahnzubringer (A7) Ostheimer Senke (Malsfeld) reaktiviert, 2003 wurde bereits wieder verfüllt. Von Mitte des Jahres 2002 bis Ende 2003 wurde bei Begehungen gesammelt und der Bruch in Fotos dokumentiert. Die Funde sind für die kurze Zeit doch erstaunlich: Olivin-Einschlüsse, Xenolith (Fremdgesteinseinschluss, Kalkstein „geschockt“ wirkend), Calcitkristalle (mineralogisch wird für Kristalle ab hier xx eingesetzt), Phillipsit xx, Natrolith xx, größere Aragonit xx, Hyalit (Glasopal), Basaltjaspis, Chloropal (grün), gemeiner Opal („braun“), opalhaltiges Gestein (opalisierter Bolus), Pyrit, Andensinleisten, Augit.

 

Bei den Erdarbeiten zum zweiten Windrad am Geschellenberg wurde eine Schicht aus Sand, Ton und kohlehaltiger schwarzer Ton angeschnitten. Auch dieser kurzzeitige Aufschluss wurde in Fotos dokumentiert und vermessen. Dort fand sich im Kohlenklein als Einzelbelege Braunkohlenkieselholz (schwarz), Kieselholz (braun, dicht, wohl aus der Sandschicht), schlechter Gipsstern im tonigen Bereich und viele Lößkindel.

 

Die Felder um Hilgershausen zeigen oft ein Gesteinsspektrum von Basalt (auch Kugelbasalt, teils zwiebelschalenartig; Säulenbasalt-Stücke), Quarzit, Eisenstein und Kleingerölle (Kiesel) aus Quarz, Kieselschiefer und anderen Gesteinen.

Quarzit, in den Farben braun, ocker, rot, grau, violett und schwarz – geschliffen und / oder zu Schmuck verarbeitet gleichen sie „edlen“ Steinen. Holzreste (verkieselt, selten auch opalisiert), Holz-   abdrücke, Grabgänge und Wurzelgänge sind nicht oft beim Quarzit vorhanden. Quarzit entstand aus Sand und eindringende zirkulierende Kieselsäure, diese „verkittet“ den Sand. Dieser Quarzit des Tertiärs (65-2,5 Millionen Jahre) wird auch Knollenstein, Weißwacke, Braunkohlenquarzit oder Tertiärquarzit genannt, entstand im Eozän (55-38 Millionen Jahre), oft ist er durch Windschliff (sogenannter „Wüstenlack“) poliert.

Der vorkommende Eisenstein liegt als Braun-, Rot- und Gelbeisenstein vor. Er ist fein-, mittel- bis grobkörnig und besteht aus miozänen Sanden, die durch kapillar aufsteigende eisenhaltige Lösungen aus dem tiefen Untergrund (vermutlich Buntsandstein) aufstiegen und bei der Verdunstung unlöslich die Sande verkitteten. Dieses Material wurde in Nordhessen vielerorts verhüttet. Der miozäne (24-5 Millionen Jahre) Eisenstein ist fossilfrei, zeigt aber gelegentlich kleine Spuren eines Wühlgefüges.

An einer kleinbegrenzten Fundstelle konnte auch oligozäner (38-24 Millionen Jahre) Eisenstein gefunden werden. Bei bisher wenigen Belegen fanden sich Fossilien, die die Einstufung in das Oberoligozän (mit „Kasseler Meeressand“) nachweisen. Die Fossilien liegen als Eisenstein-Steinkernerhaltung vor. Muscheln: hinweisend auf Cyprina rotundata, Laevicardium tenuisulcatum und Modilus dunkeri. Undeutliche Muschelabdrücke mit Schlosszähnen. Bisher eine Schnecke, Phalium rondeleti (Cassis Rondeletii). Auch wenn diese Funde nur Relikte sind, ungewöhnlich sind sie nicht. So wird von SCHWALM (1919, Seite 122, 124-125) und PENNDORF (1926, Seite 110) „Eisenstein mit Abdrücke obeorligozäner Versteinerungen / Septarienton mit Haifischzähnen / fossilhaltiger Brauneisenstein, Kasseler Meeressand / Schalenbruchstücke der Muschel Leda und Natica des Oligozän“ bei Harle und bei „Kochs Wäldchen“ zwischen Rhünda und Gensungen erwähnt.

 

An bisher einer Fundstelle in Hilgershausen kommt fossilhaltiger miozäner Süsswasserquarzit (17-5 Millionen Jahre) vor, der bei UV-Licht (langwellig) eine orange Fluoreszenz aufweist. Bei den Fossilien handelt es sich um Schnecken der Art Succinea oblonga, cf. Melania horrido und Melania Escheri. An dieser Fundstelle auch ockerfarbener bis brauner Opal mit Hyalit und in Opal umgewandelte kleine Schnecken sowie verkieselter Süsswasserkalk (weiß). Funde von Flora (Abdrücke und Steinkerne von Nüssen, Blattabdrücke) und Fauna (Land- und Sumpfschnecken der Art Helix, Hydrobia, Limnaeus, Planorbis) im Süsswasserquarzit zwischen Rhünda und Gensungen („Kochs Wäldchen“) erwähnen SCHWALM (Seite 121, 123-124, 145-146), PENNDORF (Seite 109-110) und STECKHAN (1952).

 

Die Kleingerölle (Kiesel) sind Quarz (weiß, rötlich, karneolrot, farblos). Kieselschiefer (Devon, 408-360 Millionen Jahre), hellbraun, ockerfarben, rot, schwarz, hellgrau, schwarz-weiß geädert, schwarz-weiß achatartig, „Lagenachat“ (schwarz-grau), grün, grün mit roten Flecken (als „Heliotrop“). Der vorhandene Kieselschiefer der Varietät Diatomit besteht aus Mikrofossilien, aus scheibenförmigen Diatomeen. Diese sind meistens erkennbar. Nur vereinzelt liegt vor: Hornstein-Varietäten, Muschel-kalkhornstein, Tertiärfeuerstein (grau, rot, ockerfarben) – teils mit Mikrofossilien wie Schwamm-nadeln und Foraminiferen (Kammerlinge) cf. Nonion sp., cf. Ammonia sp., die wegen ihres ammo-nitenähnlichen Aussehens auch als die „Ammoniten des Tertiärmeeres“ bezeichnet werden. Weiter bernsteinfarbener Kreidefeuerstein, gelblicher und weißer Opal, Chloropal (nicht abgerollt). Einige der Funde kann man nach der Bearbeitung durch schleifen als „Edelsteine“ bezeichnen.

Woher stammen diese Kleingerölle, die mengenmäßig nicht mit Funden auf Feldern bei Felsberg herankommen. Hilgershausen liegt knapp 4 Kilometer von der Eder entfernt, die als Lieferant auszuschließen ist. Auch die Morphologie zwischen Eder und den Fundstellen Hilgershausen stört. Es kann sich nur um Relikte ehemaliger Meeresablagerungen (Strand, Flachwasser, Wasserläufe, Mündungen) handeln, die durch Denutation freigelegt wurden.

 

Felsberg-Rhünda: der Basalt des Rhünder-Berges enthält Magnetit xx, Opal in den Farben hellbraun, hellbraun lagig gebändert, dunkelbraun, grün lagig gebändert. Auf den Feldern um den Rhünder-Berg lassen sich Opalvarietäten und Kieselholz finden, PENNDORF (Seite 109-110) erwähnt Eisenkiesel und gebänderter Halbopal.

 

Felsberg: Felder in Edernähe (Terassenreste) weisen u.a. auf: Karneol, „Jaspis“ (rote Kieselschie-ferarten), Eisenkiesel (rot), bunte Kieselschiefer und Achate, „grüner“ Quarz, grüner Kieselschiefer sowie das Farbspektrum von Kieselschiefer wie Hilgershausen (NAUMANN, 2004, Geo-Jahres-chronik Nordhessen, Seite 19-20, „Edle“ Steine von Hilgershausen und Felsberg). Bei rund 400 Milli-onen Tonnen Kiesvorräte in der niederhessischen Senke (HNA, 1993) werden aber trotzdem nur weni-ge der „edleren“ Steine in Sammlungen landen. Die bis zu 50 Meter mächtigen Ablagerungen der Schwalm und Eder zwischen Fritzlar, Borken, Wabern und Felsberg sind Vorrat für mehr als 100 Jah-re Förderung.

 

Gensungen: einige Felder mit Basaltstreufeldern weisen dunkelbraunen, fast schwarzen Opal auf.

 

Malsfeld: beim Bau der Brücke über den Autobahnzubringer (A7) zwischen  Mosheim  und Ostheim kam man auch in eine Schicht aus Ton, Sand, Kohlengrus, Kohlenklein und Braunkohle. Die Kohle zeigt teils Blattabdrücke und Samenkörner.

 

Homberg: Basaltbruch, Funde einer Exkursion in 1988 ergaben: Natrolith xx, Phillipsit xx, Aragonit xx, Phakolith xx (= linsenförmige Chabasit xx), Calcit xx, Magnetit xx, Augit xx, Olivin-Einschlüsse, Hyalit, opalähnliches grünes bis bläuliches Mineral, Basaltjaspis (NAUMANN, 1988, 1989, Exkur-sionsbericht, Rückblick, Zeitschrift der Geologischen Interessengemeinschaft Nordhessen, Hofgeis-mar).

 

Über den Eisenerzbergbau und über die Eisenhütten und Eisenhämmer bei Homberg, Hebel, Holz-hausen, Mosenberg u.a. gibt es viele Beiträge (40 Quellen im Archiv des Verfassers), aber eigentlich nur sehr wenige Zeugnisse. Der Eisenerzbergbau „Grube Mardorf“ und Grube Hebel werden bereits von WINKELMANN (1697) und CANCRINUS (1767) rühmlich erwähnt. Eisenerz wurde aber auch bei Holzhausen, Mühlhausen, Caßdorf und Lendorf, bei Gudensberg und bei Gombeth abgebaut. Ab 1590 bis um 1737 ist nur wohl sporadisch Eisenerz um Homberg geschürft, ab 1737-1881 und von 1939-1954 Erz (Bohnerz, Mittleres Eozän, 44 Millionen Jahre; STECKHAN, 1952) abgebaut worden. Eine Erzwäsche gab es für die Grube Hebel unmittelbar an der Efze, die Grube Mardorf hatte einen Sammelteich als Erzwäsche. Erzwäschen waren bei diesen Erzen in früheren Zeiten notwendig. So wurde z.B. auch das Erz aus den Gruben bei Hohenkirchen vor dem Schmelzen gewaschen. Das Erz  für die Eisenhütte Veckerhagen wurde in der Wäsche am Krummbach bei Holzhausen (Immenhausen) auf Vorrat gewaschen und von dort per Fuhrwerk durch den Reinhardswald nach Veckerhagen ver-bracht (Hohenkirchen bis zur Wäsche 5 Kilometer und bis nach Veckerhagen nochmals 8 Kilometer).

 

Was ist von der „Grube Mardorf“ sichtbar geblieben? Ein Bergbaurelikt, eigentlich ein Bergbaudenk-mal, nahe der B254 bei Hebel. Ein gewaltiger Betonpfeiler der 1946/47 errichteten Seilbahn von der Grube zum Haltepunkt in Singlis, der Bahnverladestation. Dieser Pfeiler ist der erhaltene von zwei Be-tonpfeilern, alle anderen waren Holz/Stahlbau-Konstruktion. Die Entladestation in Singlis wurde 1973 abgebrochen (HAUS, 1986). Vor der Seilbahn wurde das Erz mit Kraftwagen zum Bahnhof in Wabern gefahren. Bekannter sind aber wohl die unvollendeten Tagesanlagen der „Grube Mardorf“ am Mosen-berg. Dort wurde 1944 zum Zweck der Erzförderung mit dem Abteufen des Falkenberg-Schachtes be-gonnen. Wegen zahlreicher Schwimmsandeinbrüche blieben die Arbeiten unvollendet. Von dem bekannten Darmstädter Architekten PINAND seit 1944 die Konzeption dazu, entworfen und 1947 mit dem Bau begonnen (von PINAND auch die Entladestation Singlis), aber wegen ungewissen Zukunfts-aussichten wurden die Bauarbeiten an der wehrhaft aussehenden Anlage 1949 eingestellt. Von 1959-2005 Jugendherberge Mosenberg, heute wird der Bau im Sozialbereich genutzt.

Zu Zeiten der Landgrafen wurde Mardorfer Erz (alle Abbaugebiete um Homberg) auch zur Eisenhütte Veckerhagen (an der Weser) verbracht. Die Erze in den Eisenhütten wurden von verschiedenen Abbauen gemischt um eine bessere Qualität der Schmelze und des Roheisens zu erreichen. MENDE (1991), neben weiteren Autoren, erwähnt die Verbringung nach Veckerhagen, beschreibt aber auch den Transportweg. Bis nach Grifte zur Fulda wurde das Erz per Fuhrwerk transportiert. Hier schreibt MENDE „ein langes Wegstück führte durch die Wälder der Harler Berge. Der Weg wird zum Teil Schiffsweg genannt. Es dürfte die Route sein den das Mardorfer Erz genommen hat, wo es dann von Grifte  mit Schiffen nach Kassel, Knickhagen, Veckerhagen und Lippoldsberg gebracht wurde“.

Von den Gruben Mardorf und Hebel per Fuhrwerk nach Grifte? Wäre die Eder nicht auch teilweise, z.B. ab Gensungen, Altenbrunslar, Ellenberg mit flachen Kähnen bis zur Mündung in die Fulda als Transportweg möglich gewesen. Per Fuhrwerk bietet sich nach der Topographischen Karte Melsungen (L4922) und der Anschlusskarte Kassel (L4722) auch ein leichterer Weg an. Über Rhünda, Gensungen, Altenbrunslar und von dort zur Fuldaschleife nach Büchenwerra – oder Ellenberg, Büchenwerra.

 

Jurasedimente sind in Nordhessen sehr rar. Auch bei Homberg gibt es einige wenige kleine Vorkom-men (Lias, 213-188 Millionen Jahre) die z.B. von SCHWALM (Seite 62-63, 111-115), KAYSER (Lias bei Wabern), GLAESNER (1912/13), BLANCKENHORN (1950), BAUMGARTE, BUSSE & HORN (1980), NAUMANN (1994, 1995) beschrieben werden. SCHWALM entdeckte bei Arbeiten für die Königlich Geologische Landesanstalt Berlin 1908 Psilonotenschichten bei Berge (1919 kurz beschrieben). GLAESNER erwähnt Funde von 9 Ammonitenarten, Belemniten, Brachiopoden, Mu-scheln und Schnecken, die 1910 beim Bau der „Renitenten“-Kirche in Berge entdeckt wurden. Über Lias bei Lendorf, Berge und Falkenberg berichtet BLANCKENHORN. Bei Hebel wurde Lias bereits 1845 vom Pfarrer GUTBERLET mit mehreren Ammoniten-Zonen entdeckt. Bei Straßenbauarbeiten wurden in der Nähe von Mardorf/Hebel wenige Makro- aber viele Mikrofossilien gefunden (BAUMGARTE, BUSSE & HORN). In 10/2003 wurde vom Verfasser Nähe der B254/K49 (Richtung Homberg) ein Feld abgegangen. Unter den vielen „braunen Steinen“ die aufgeschlagen wurden fand sich ein Beleg mit einem kleinen Stück eines Belemniten-Rostrums (2 cm) in Toneisenstein. Bei Bau-arbeiten (Straßen-, Wege- und Häuserbau z.B.) dürften immer wieder Funde möglich sein.

 

Die Sammelsituation im Muschelkalk (Oberer Muschelkalk vor 225 Millionen Jahre) ist heute, ge-genüber vor ca. 30 Jahren, nicht mehr besonders gut. Aber jede Art von Aufschluss wie Baugruben, Erdarbeiten, Gräben, natürliche Aufschlüsse, Felder, Hänge und Böschungen durch Straßen- und We-gebau, Brachland, Triesch können Funde enthalten. Um Bergheim und Elbersdorf findet man Stielglieder der Seelilie Encrinus liliiformis (eine Krone mit Stiel wurde vom Verfasser bei einer Exkursion 1975 geborgen). Zu Lebzeiten ist der drehrunde Stiel und die Krone (oder Kelch) von ein lederfestes Hautgewebe überzogen. Kurz nach dem Tode bricht das Hautgewebe auf und die Scheiben (Stielglieder, Trochiten) des geldrollenförmigen Stieles und das Plattenmosaik der Krone brechen auseinander. Deshalb sind ganze Exemplare auch so selten. Aber auch Ceratiten, eine formenreiche Art der Ammoniten (Kopffüßer, Tintenfische), der Art C. compressus, C. nodosus (das knotige Ammonshorn) oder Discoceratiten findet man. Auch einen weiteren Tintenfischvertreter, der Nautilus, Germanonautilus bidorsatus. Einst schlug der deutsche Naturforscher Leopold von BUCH Freiherr von GERMERSDORF vor, den Ceratit, dieses typisch deutsche Fossil als Wappentier als Ersatz für den Adler zu tauschen. Muschelversteinerungen kommen etwas häufiger vor, es sind da u.a. Pecten (glatte Pilgermuschel), Myophoria (Dreiecksmuschel), Lima (Feilenmuschel), Pleuromya (Klaffmuschel), Hoernesia (die Miesmuschel des Muschelkalkmeeres), Orbicularis (runde Dreiecksmuschel). Aber auch Turmschnecken und Brachiopoden (Terebratula), die trotz des deutschen Namens Lochmuschel oder Lampenmuschel keine Muscheln sind, sondern einen eigenen Tierstamm darstellen. Funde von kleinen Fischzähnchen, Fischschuppen und Haifischzähne sind ebenfalls möglich (auch um Morschen-Wichte).

Das Heimatmuseum in Spangenberg besitzt eine kleine Sammlung von Muschelkalkfossilien. Aber auch aus dem Buntsandstein (Oberer Buntsandstein, 243 Millionen Jahre) einen besonderen Fund. Panzerabdrücke weisen auf einen krokodilartigen, gepanzerten Triassaurier, Krokodilsaurier Belodon (?) hin, der aus einem der Sandsteinbrüche um Spangenberg stammt.

 

Auf eine besondere Fossilfundstelle bei Relbehausen Nähe Homberg soll hingewiesen werden, obwohl heute wohl kaum noch Funde möglich sind. Bekannt geworden ist der Basalttuff des Eichelkopf mit rund 60 verschiedenen Arten von Blättern, Sumpfpflanzen, Samen (Nüsse, Eicheln) und wenige Tier-funde des Tertiärs. SCHINDEHÜTTE (1907) hat die Funde detailliert beschrieben. Belege dieser einmaligen Funde sind in den Universitätssammlungen Marburg und Göttingen sowie im Naturkunde-museum Kassel zu sehen. Auch SCHWALM (Seite 168-171) und KUNZ & FICHTER (2005, Seite 112-113) weisen darauf hin bzw. zeigen Abbildungen. Der Basalttuff wurde trotz seiner nicht beson-ders guten Verwendbarkeit (nicht verwitterungsbeständig) früher zu Feuerungsanlagen (SCHWALM) und als Quadersteine (leicht und gut bearbeitbar) für den Hausbau benutzt.

 

Borken-Stolzenbach: Der Braunkohlentiefbau Stolzenbach wurde am 1. Juni 1988 durch eine Schlag-wetterexplosion, bei der 51 Bergleute ihr Leben verloren, 6 konnten gerettet werden, ins Licht der Me-dien gerückt. Paläontologisch ist Stolzenbach durch seine Fossilien in der eozänen Braunkohle (40 Millionen Jahre alt) bekannt geworden. Der Sammlertätigkeit des Bergmannes Victor OSCHKINIS sind außergewöhnliche Floren- und Faunenfunde zu verdanken (heute in der Sammlung Naturkunde-museum Kassel). Blätter, Früchte und Samen bei der Flora. Bei der Fauna sind es Panzerteile von Schildkröten Palaeoemys hessiaca und eine nach ihm benannte Sumpfschildkröte Borkenia oschkinis. Weiterhin sind Krokodilpanzerplatten, vermutlich der Gattung Diplocynodon, und Fischteile Beson-derheiten. Beschrieben werden die Funde bei GREGOR (2005) und KUNZ & FICHTER (Seite 99-102, 103-104). Für seine paläontologische Arbeit (mehr als 10 Veröffentlichungen gibt es zum Thema, davon 6 von OSCHKINIS oder als Co-Autor) hat Viktor OSCHKINIS in 2005 für besondere Verdienste an der paläontologischen Wissenschaft die August-Wetzler-Medaille (Palaeo-Bavarian-Geolo-gical Survey, Olching) erhalten, die HNA (2005) berichtete darüber.

 

Zu Anfang wurde der Braunkohlenbergbau erwähnt. Die Meißner-Gemeinden werben mehr oder we-niger mit dem frühen Bergbau ab 1555 in Nordhessen. Aber nicht früh genug gegenüber Gensungen. Der früheste Bergbau begann in Gensungen am Heiligenberg. Die Wiege des Kohlenbergbaus in Nordhessen ist durch die Verleihungsurkunde vom 3. Dezember 1554 dokumentiert. SCHRÖDER (1978), FRÖHLICH (1984) und BERTHOLD (2001) erwähnen den frühen Bergbau mit „Vorkommen am Heiligenberg bereits 1554 urkundlich erwähnt“ (SCHRÖDER), Abbildung der Verleihungsur-kunde durch Landgraf Philipp von Hessen    vom 3. Dezember 1554 (FRÖHLICH), „erste Verleih-ungsurkunde vom 3. Dezember 1554“ (BERTHOLD). Die „Wiege des hessischen Braunkohlenberg-baus“ (1953 wurde der Bergbau am Heiligenberg eingestellt) wird fremdenverkehrsmäßig in keiner Weise genutzt. Weder durch Informationsschilder oder Hinweise, noch durch einen machbaren „Koh-lenpfad“ in Verbindung mit den anderen „Bergbaugemeinden“.

 

 

Literatur:

 

Baumgarte, Diethelm; Busse, Erwin & Horn, Manfred (1980): Muschelkalk und Lias des Homber-ger Grabens. In: Geologisches Jahrbuch Hessen, 10, Seite 121-138, Hrsg.: Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden

Berthold, Günter (2001): Die Anfänge des Braunkohlenbergbaus in Nordhessen. In: 4. Montanhis-torischen Kolloquium – Zur Geschichte des Braunkohlenbergbaus: Mensch – Natur – Technik, Seite 23-32 (25), Hrsg.: Magistrat der Stadt Borken

Blanckenhorn, Max (1950): Das Tertiär Niederhessens. In: Notizblatt, Heft 1, Seite 21-22, Hrsg.: Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden

Cancrinus, Franz Ludwig (1767): Das Eisenwerk bei Homberg. In: Beschreibung der vorzueglichten Bergwerke in Hessen. Seite 58-62, Frankfurt

Engelhard, Gustav (1981): Die Mardorfer Eisensteingrube. In: Homberger Hefte, Beiträge zur Hei-matgeschichte und Familienkunde – Mardorf mein Heimatdorf, Seite 55-57, Hrsg.: Zweigverein Hom-berg des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Kassel

Fröhlich, Hermann (1984): Das schwarze Gold des Heiligenberges. In: Vergangene Jahre sind wie Tage – Ein heimatliches Hausbuch, Seite 63-71 (71), Hrsg.: H. Fröhlich, Gensungen – mit Unter-stützung der Raiffeisenbank Gensungen

Glaesner, Reinhard (1912/13): Beiträge zur Kenntnis der hessischen Jura-Relikte. Tätigkeitsbericht, 145 Seiten, Verein für Naturkunde zu Cassel

Gregor, Hans-Joachim [mit Beiträgen von Micklich, N.; Oschkinis, V.; Thewald, U. & Navra, N.] (2005): Pflanzen und Tiere aus den eozänen Braunkohlen des Untertagebaus Stolzenbach bei Kas-sel (PreußenElektra, Niederhessen). In: PHILIPPIA, 12/2, Abhandlungen und Berichte aus dem Natur-kundemuseum im Ottoneum zu Kassel, Seite 147-181, Hrsg.: Magistrat der Stadt Kassel, Naturkunde-museum im Ottoneum

Haus, Rainer (1986): Grube Mardorf. In: Der Eisenerzbergbau in Hessen – Historische Fotodoku-mente mit Erläuterungen 1870-1983, Seite 404-406, Hrsg.: Förderverein Besucherbergwerk Fortuna, Wetzlar

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Kayser, Emanuel (1925): Abriss der allgemeinen und stratigraphischen Geologie. Seite 398-407, Enke Verlag, Stuttgart

Kunz, Reiner & Fichter, Jürgen (2005): Leben in den Subtropen: Schildkröten, Krokodile, Säuge-tiere. Seite 99-102 (Stolzenbach)

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Mittelmeerklima in Deutschland: Die Blattflora vom Eichelskopf. Seite 112-113

In: Saurier, Panzerfische, Seelilien: Fossilien aus der Mitte Deutschlands, edition Goldschneck im Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim

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Naumann, Peter: 1988, 1989, Rückblick, Zeitschrift der GIN (Exkursionsberichte Basalt)

                            2003-2007, P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen (verschiedene Beiträge zur  Geolo-

                            gie, Mineralien, Fossilien um Hilgershausen)           

Penndorf, Hans (1926): Geologische Wanderungen im Niederhessischen Bergland. Seite 109-110, Heimatschollen-Verlag, A.Bernecker, Melsungen

Schindehütte, G. (1907): Die Tertiärflora des Basalttuffes vom Eichelskopf bei Homberg (Bez. Kas-sel). Abhandlungen der Preuß. Geologischen Landesanstalt, 54, 81 Seiten, Berlin

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Schwalm, Joh. H. (1919): Mit Rucksack und Hammer durch Kellerwald und Knüll. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg

Steckhan, Wilhelm (1952): Der Braunkohlenbergbau in Nordhessen. Hessisches Lagerstättenarchiv, Heft 1, Seite 108, Hrsg.: Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden

Winkelmann, Johann Just (1697): Gruendliche und Wahrhafte Beschreibung der Fuerstenthuemer Hessen und Hersfeld. Seite 40, 254, Bremen

 

Weitere Quellen zu Beiträgen die Hilgershausen und die Region betreffen  finden sich bei „Veröffentlichungen“: P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen, 2003-2008

 

 

 

 

Zur Geologie von Rhünda

 

Die archäologischen Funde (Mikrolithe, Steinwerkzeuge, Tonscherben u.a.m.), von denen es um Rhünda reichlich gibt, sowie der Schädelfund der „Frau von Rhünda“ (1956), der aber als dem „Mann von Rhünda“ zugeordnet wurde (ROSENDAHL, 2001), sind weit mehr bekannter als die „Geologie“ (Mineralogie, Paläontologie).

 

Es gibt eigentlich auch nur wenige Autoren die die „Geologie“ von Rhünda in Ansätzen beschreiben. So SCHWALM (1919) und PENNDORF (1926). Beide Arbeiten dienten dem Verfasser als Grundlage für Exkursionen in 1971, 1976, 1988 und 2007. Aber, leider waren die Fundmöglichkeiten schon 1971 (auf SCHWALM und PENNDORF bezogen) mehr als ungenügend. Hierbei muss erwähnt werden, dass die Exkursionen, außer 2007, von Hofgeismar (Landkreis Kassel) aus stattfanden. So wurde dann eingepackt was irgendwie „farbig“ oder nach Fossilien aussah und später dann aussortiert. Was übrig blieb ist nicht viel.

 

Das Miozän (25-5 Millionen Jahre) mit Basaltvulkanismus, dieser war vor ca. 19-7 Millionen Jahre, hat den Rhünder Berg, den Hausberg von Rhünda geschaffen. Der Basalt (Säulenbasalt) von Rhünda war ein begehrtes Material. So wurden bereits 1711 vom Baumeister des Schlosses in Wabern 1000 Fuder Steine zur Pflasterung des Hofes angefordert  (GEHRKE, 2007). Das waren 1000 Fuhren mit je 20 Zentner in Pflichtfuhren und Spanndienst. 20 Zentner, nicht viel. Aber für die Fahrzeuge, die Gespanntiere (Pferde, Ochsen) und die damaligen Wege- und Straßenverhältnisse das Maximum an Ladung. Im späteren Straßenbau wurde der Basalt zu Pflastersteine behauen und weithin versandt. Heute wird im Basaltbruch Schotter und Splitt in verschiedenen Körnungen aufbereitet. Zudem Blockbasalt für den Garten- und Landschaftsbau abgegeben. Kugelbasalt ist geschätzt aber nicht oft zu haben. Eine ½ Tonne schwere Basaltkugel (mittlerer Durchmesser 80 cm) konnte in 2007 für den Brauchtumsverein Hilgershausen erworben werden.

Auf die „Geologie“ von Rhünda weist die „Basaltstraße“ hin, in Anlehnung an den Basaltabbau. Säulenbasalt und Basalt in plattiger Ausbildung sucht man aber vergebens. Es gab sie aber. Nach SCHWALM „steigen hier die 30-60 cm starken, 5-6 seitigen Säulen, am Rhünda-Bach 50 Meter hoch, die durch einen großen Basaltbruch freigelegt wurden“. Plattige Ausbildung „besonders in dem „Alten Bruche“ gegenüber des Bruches“.

 

Säulenbasalt (Polygone) entsteht durch Abkühlungsschrumpfung der Basaltlava die Spannungen (Zug- und Scherspannungen) auslöst, die der abkühlenden Lava eine Bienenwabenstruktur aufzwingt. Bedingt durch Abkühlung und Schrumpfung entsteht auch plattiger Basalt. Kugelbasalte sind Relikte der Erosion massiger Basaltvorkommen. Oft sind kugelschalige (zwiebelschalenartig) Absonderungen vorhanden, auch hier durch den Prozess der Abkühlung und Schrumpfung der Lava verursacht.

Das als Feldspatbasalt bezeichnete Gestein enthält als Bestandteile Plagioklas, Augit, Magnetit, Olivin und Glimmer.

Was ist für den Mineraliensammler interessant (Basaltbruch)? Nicht die „Rhiensche Basaltbrocken“, die kein neues Mineral oder Gestein sondern gebrannte Mandeln sind, aber:

Magnetit (1, *), Hyalit oder Glasopal genannt (1, *), Aragonit (1, *), (?) grüner Prehnit (4, *), Natrolith und Phillipsit (Kreuzstein, Würfelstein) – beide Zeolithe (1, 4, *), Montmorillonit, Bolus und Tuffbrekzie (*) und Opal (Porzellanjaspis, Opalit, Basaltjaspis). Besonders Opal (1, 2, 3, 4) in den Farben weißlich (*), braun (*), ockerfarben (*), rötlich (*), grau (*) schwarz und als Seltenheit grün. Opal kommt einfarbig, mehrfarbig, lagig, geflammt, „marmoriert“ vor. Diese Opale sind aber ohne die Farbe und das Feuer der edlen Arten. Deshalb sind sie auch nur die armen Verwandten der Opale z.B. in Australien, Mexiko und Ungarn.

Nicht wenige Mineralien, Kristalle im Mikrobereich müssen noch bestimmt werden.

 

Um den Rhünder Berg kommt ein Sammelsurium, eine Vielzahl von Mineralien, eher Gesteine aus dem Tertiär vor. Es handelt sich dabei um Lesefunde auf Feldern. Hierzu muss erläutert werden, dass die Fundmöglichkeiten der Jahreszeit, der Feldbearbeitung und der Vegetation angepasst werden müssen.

Quarzit (Tertiärquarzit, Knollenstein, Braunkohlenquarzit, Weißwacke, Zementquarzit) entstand aus Sand und eindringende zirkulierende Kieselsäure, diese „verkittet“ den Sand. Neben den komplizierten chemischen Vorgängen mit zirkulierender Kieselsäure kann aber auch „Wärme“ durch Druck (Auflast) eine Rolle bei der Umwandlung von Sand in Quarzit spielen. Gebildet wurde Quarzit im Eozän (55-38 Millionen Jahre), in der Zeit vor 35-33 Millionen Jahre. Die Farbe ist grau, schwarz, braun, ocker, rot, violettstichig. Oft ist der Stein durch Windschliff (sogenannter „Wüstenlack“) geglättet und poliert (1, 2, 3, *). Angeschliffene Steine kann man ohne Übertreibung als „edle“ Steine bezeichnen. Quarzit war früher Rohstoff für Glashütten, als Flussstein in Eisengießereien, für keramische Betriebe (Schamottesteine, „Dianasteine“).

Miozäner Kieselschiefer in der Farbe ocker bis braun, rötlich (RÜCKBLICK, 1990; *). Quarzkiesel, Opalvarietäten in den Farben gelblichweiß, braun, ockerfarben, rötlich (1, 2, 3, und 1990, *). Hornstein (3, *), verkieselter Süßwasserkalk mit kleinen Schnecken, teils bräunlich opalisiert (3, *). PENNDORF erwähnt Kieselholz, Eisenkiesel und gebänderter „Quarzitschiefer“. Eisenstein und Süßwasserquarzit.

 

Eisenstein ist fein-, mittel- bis grobkörnig, teilweise mit Quarzkieseln angereichert (1, 3, *) und besteht aus miozänen Sanden, die durch kapillar aufsteigende eisenhaltige Lösungen aus dem tiefen Untergrund (Buntsandstein) bei der Verdunstung unlöslich die Sande verkitteten. Dieser Eisenstein (braun, ocker, rot) ist fossilfrei, zeigt aber gelegentlich Spuren eines Wühlgefüges. Gebildet hat sich der Eisenstein in der Zeit vor 24-5 Millionen Jahre. Eisensteine können teilweise einen hohen Eisengehalt (Goethit, wenig oder mehr Mangan) haben. Früher ermöglichten diese „Eisenerze“ (auch die älteren des Oberoligozän) eine Verhüttung, z.B. in Holzhausen und Homberg.

 

Süßwasserquarzit (der Begriff findet sich heute in keinem geologischen Lehrbuch) entstand ebenfalls im Miozän in der Zeit vor 17-5 Millionen Jahre. Dieser kann Fossilien (z.B. Schnecken, z.B. Melania horrida) enthalten (3, *). Süßwasserquarzit und verkieselter Kalk mit einer Vielzahl an Fossilien erwähnen BLANCKENHORN (1911), SCHWALM (1919), PENNDORF (1926), NAUMANN (1994). Der Fundort wird als „Kochs Wäldchen“ zwischen Rhünda und Gensungen genannt. SCHWALM  schreibt dazu: „miozäne Süßwasserschichten, Süßwasserkalk in Basalttuff eingelagert, mit verkieselten Land- und Sumpfschnecken der Art Limnaneus, Planorbis, Helix und Hydrobia, verkieselter Kalk erinnert in der Struktur an verkieseltes Holz, Kieselplatten in jahresringartig zusammengefügte „Holz“-Opale umgewandelt“. Verkieselter Kalk, teilweise opalisiert (braun), mit kleinen Schnecken der Art Succinea oblonga auch auf Felder um den Rhünder Berg (2, *). Das Material fluoresziert unter Langwelle weiß-gelblich. Das Sediment Kalktuff (weißer Süßwasserkalk) wurde durch Kieselsäure und Opal aus heißen wässrigen Lösungen ausgetauscht und dadurch verkieselt.

 

Als Besonderheit im Süßwasserquarzit auch versteinerte Nüsse der Art Carpolithes burseraceus Menzel. Trotz vieler zerschlagener Quarzite, bisher aber keiner der hohl klang und eine Nuss hergab. Quarzit ja, aber wohl nicht der gesuchte Süßwasserquarzit. Eine fossilreiche Süßwasserquarzitschicht wird auch von STECKHAN (1952) angeführt. Am „alten Bohrloch nördlich des Rhünderberg liegen drei schwache obermiozäne Kohleflözchen unter einer Süßwasserquarzitschicht“. Auch weitere Kohlevorkommen bei Rhünda sind nur aus Bohrungen bekannt.

Kieselholz ist auf den Feldern um Rhünda (2, *) wohl nicht selten (nach mündl. Mitteilung). Verkieselter Kalktuff mit Kieselholzeinschluss fand sich im Rhünda-Bach, in der Nähe des Steinbruches (4, *).

 

BLANCKENHORN listet Blattabdrücke von u.a. folgenden Arten auf: Pterias Beyschlagiana Unger, Cinnamomum Scheuchzeri Heer (Zimtbaum), Andromeda vacciniifolia Unger (Heidekrautgewächs), Vaccinium sp. (Familie der Heidekrautgewächse, Heidelbeere), Corylus Mac Quarrii (Gattung in der Familie der Birkengewächse, Hasel), Neritinum majus, Rhus sp.(R. Anacadiaceae, Gattung der artenreichen Familie der Sumachgewächse mit zum Teil sehr giftigen Milchsaft führenden Arten), Carpolithes burseraceus (Balsambaumgewächs, seifenbaumartige harzreiche Holzpflanzen) .

Auch „Kasseler Meeressand“ mit Fossilien als Brauneisenstein-Steinkerne oder Abdrücke in Brauneisenstein ist ebenfalls bei „Kochs Wäldchen“ vorhanden. Nach SCHWALM ist es das am weitesten südlich gelegene Vorkommen von fossilführenden „Kasseler Meeressand“. Diese Fundstelle hat der Verfasser noch nicht aufgesucht. Aber fossilhaltigen Eisenstein auf Feldern um den Rhünder-Berg gefunden (2, *). Es handelt sich dabei um die Muschel Artica rotundata A. Braun (Syn. Cyprina rotundata A. Braun) 6,5 cm groß, als Eisenstein-Steinkern (leider nicht komplett erhalten). Dieser Eisenstein des Oberoligozäns ist etwa 26 Millionen Jahre alt. SCHWALM und PENNDORF erwähnen zudem Septarienton mit Haifischzähnen und Schalenbruchstücke der Muschel Leda und Natica.

 

Anmerkung: (1) = 1971, (2) = 1976, (3) = 1988, (4) = 2007, (*) = Sammlung Verfasser

 

 

Literatur:

 

Blanckenhorn, Max (1911): Über Revisionsaufnahmen auf Blatt Homberg a. d. Efze und Geologische Aufnahme, Blatt Homberg a. d. Efze

 

Gehrke, Gundi (2007): Wussten Sie schon ...?, HNA, Ausgabe vom 11.5. 2007

 

Naumann, Peter (1994): Das Tertiär von Rhünda, In: Hessischer Gebirgsbote (Melsungen), Nr. 4, Zeitschrift des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs-und Heimatvereins, Kassel, Seite 166

 

Naumann, Peter (2006): Fossilien von Hilgershausen: verkieselte und opalisierte Schnecken sowie Schnecken in Quarzit. In: P. N. Geo-Jahreschronik Nordhessen, 13. Jahrgang, Seite 15-16

 

Penndorf, Hans (1926): Geologische Wanderungen im Niederhessischen Bergland. Seite 109-110, Heimatschollen-Verlag, A. Bernecker, Melsungen

 

Rosendahl, Wilfried (2001): Die Frau von Rhünda – Neue Erkenntnisse aus einem alten Fund. In: Fossilien, Nr. 4, Zeitschrift für Hobbypaläontologen, Seite 248-250, Hrsg.: Werner K. Weidert, Korb, Verlag: edition Goldschneck im Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim

 

Rückblick (1994): Fundstellenhinweis Rhünda, Februar. In: Rückblick, Zeitschrift der Geologischen Interessengemeinschaft Nordhessen (GIN), Hofgeismar, 6. Jahrgang, Seite 59

 

Schwalm Joh. (1919): Mit Rucksack und Hammer durch Kellerwald und Knüll. Seite 121, 123-124, 145-146, Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg

 

Steckhan, Wilhelm (1952): Der Braunkohlenbergbau in Nordhessen. Hessisches Lagerstättenarchiv, Heft 1, Seite 103-104, Hrsg.: Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden

 

 

 

Mineralien des Basaltsteinbruches bei Felsberg-Rhünda

 

yi. lin. erqian ba (52ff, chin.) / Yat. Luk. I ts’in Paat (125ff, cant.)

 

Der Steinbruch bei Rhünda ist nicht eben als Sammlerparadies bekannt. Nordhessen, Basalt, abgelegene Region: nicht gerade ideal.

Bei einer Fotobegehung wurden einige Mineralien und „Gesteine“ gefunden, die hier kurz erwähnt werden sollen.

Aufgeschlossen farbige Tertiärsande und Tone: Fotomotive. Die Tone scheinen fossilhaltig zu sein, obwohl „eine Schwalbe noch keinen Sommer macht“. Eine verkieste (Pyrit/Markasit) Schnecke (Steinkern), 4 Gewinde vorhanden, Apex (die Spitze) nicht  vorhanden, 24 mm weist auf Pleurotoma sp. (?) hin.

 

Aragonit xx, in Drusen, bis 20 mm Länge bei 6 mm Dicke, farblos.

Aragonit xx, sternförmig aggregiert, bis 10 mm Durchmesser, Flächen bis 14x8 cm. Vergesellschaftet mit Calcit, kugelig und Calcit xx. 

Natrolith xx, kugelförmig, sternförmig.

Prehnit ?, grün, Füllungen in Basalt.

Calcit xx, oft zwei Generationen. Zuerst trübe, weiße xx, darauf dann farbloser Kristallwachstum. UV, langwellig: weiße bis schwach gelborange Fluoreszenz.

Calcit, hexagonale, farblose, tafelige, sehr flache (dünne) und stark glänzende xx. Die Kristalle erscheinen ob der dünnen „Plättchen“ schwarz zu sein da sie auf Basalt aufgewachsen sind. Mit 11%-tiger Salzsäure ist schwaches Aufbrausen vorhanden.

Markasit, pyramidiale xx, sehr klein (MM).

Markasit xx und Gipskrusten auf Basalt, vergesellschaftet mit Ton/Tuffit-Knollen. Der Markasit stammt wohl aus überlagernden Tonen bzw. tonigen Kluft- und Spaltenfüllungen.

Markasit xx und Aragonit xx auf Ton/Tuffit-Knollen.

Markasitbewuchs mit weißlichen Krusten, Flecken. Durch Oxidation von Markasit entstanden. Wahrscheinlichkeit von Melanterit (FeSO 47H 2 O) gegeben.

Knollen aus Goethit, stark magnetisch, gut schleifbar, starker Glanz. Funde aus überlagernden Tonschichten.

Tonkonkretionen, violettrot, Fe-haltig, schwach magnetisch.

Limonit, stalaktitisch, klein, in Drusen.

Möglich Karbonatapatit (Dahllit) in myrmekitischer (wurmförmiger) Ausbildung, graugrünlich.

Bol/Bolus, in verschiedenen Farben.

Xenolith, angeschmolzener, durch viele „verheilte Risse“ (?) wie geschockt wirkender Quarz, Einschluss in Basalt.

Olivin, grüne und gelbgrüne kleine Einschlüsse.

Augit xx, klein, korridiert.

Siderit ?, kugelförmig, undeutliche Kristalle, limonitfarben. 

Nontronit, grüne Millimeterdicke Krusten und Zentimeterdicke Spaltenfüllungen.

Basalt mit viel kleinen kugeligen bis eiförmigen Einschlüssen (um 5 mm) von Calcit und Zeolith. Es gibt da den Schneeflockenobsidian, warum also nicht auch „Schneeflockenbasalt“ als Regionalbezeichnung. 

Tonjaspis, Frittung von schwach bis mäßig stark (um Härte 3-5) aber nicht bis Quarz (Härte 7). Farbe: grau (alle Abstufungen), gelblich, schwarz. An der Kontaktzone Basalt zum Ton. Der Jaspis hat eine große Ähnlichkeit mit dem vom Geschellenberg bei Hilgershausen. Dort ähnliche Bildungsverhältnisse: Basaltvulkanismus und Tone.

Basaltjaspis, Frittung durch Kontakt mit Sanden. Schlecht durchgefrittet, schaumig, porig, blasig, dichte verglaste Partien. Hell und schwarz.

Basalt, teilweise stark magnetisch (Magnet und freihängende Nähnadel). Der Basalt führt Magnetit, Kristalle in Drusen.

 

 

 

Süßwasserschnecken aus Quarz

 

In Chronik 2006 (Seite 15-16, Fossilien von Hilgershausen: verkieselte und opalisierte Schnecken sowie Schnecken in Quarzit) wurden Funde von Süßwasserschnecken beschrieben. Auch in dieser Ausgabe (2008, Seite    , Zur Geologie von Rhünda) wird miozäner, verkieselter Süßwasserkalk mit Schnecken erwähnt.

Der Träger ist verkieselter und opalisierter Kalktuff (miozäner Süßwasserkalk) mit sehr vielen kleinen Schnecken (1 bis 3 Millimeter groß, seltene Einzelstücke 4 Millimeter). Teilweise ist eine mehrere Zentimeter dicke, bräunliche Opalrinde vorhanden. Der verkieselte Kalktuff ist sonst weiß, er ist porig und enthält viele kleine Hohlräume.

 

Die Schnecken (3-5 Gewindegänge) liegen in mehreren Ausbildungen vor. Total aus reinem Quarz, leicht milchigweiß bis klar. Als Hohlraumpseudomorphose mit dünner „Quarzschale“, diese ist gelegentlich zudem mit winzigen Quarzkristallen überwachsen. Bei einer weiteren Ausbildung von Hohlraumpseudomorphose besteht die „Schale“ nur aus Quarzkristallen – farblos klar. Im opalisiertem Bereich liegen Schnecken in Opal-Steinkernerhaltung vor. Wo Schnecken in Opal „aufgehen“ erkennt man aber im Schnitt oder im Anschliff die ehemalige Schale hell als Umriss.

 

Die alte regionale Literatur, eigentlich nur zwei Quellen (siehe Literaturnachweis im Beitrag „Zur Geologie von Rhünda“), erwähnt u. a. Lymnanea, Hydrobia, Planorbis, Succinea. Möglich ist hier Succinea oblonga, wobei es sich auf die Größe der Schnecken bezogen um juvenile Tiere handeln müsste.

Auffällig viel pflanzliches Material ist in der hellen Verkieselung wie auch in der opalisierten Ausbildung vorhanden. Aber auch nur sehr klein. Einzelne Stängel (3 bis 8 Millimeter bei max. 1 Millimeter Durchmesser), wobei „Knoten“ und eine feine Längsriefung erkennbar ist. Die pflanzlichen Kleinstteile wirken wie „Pflanzenhäcksel“. Einige Pflanzenteile zeigen in der Vergrößerung eine „rindenartige“ Struktur, wie ein „Gitternetz“.

 

Hohlräume sind mehr oder weniger mit klaren Quarzkristallen, zum Opal hin auch mit Hyalit (Glasopal) ausgefüllt bzw. die Wände tapeziert. Ein aus leicht bräunlichen Quarzkristallen bestehendes Gebilde (siehe Skizze) wird als Ausscheidung von Sedimentfressern gedeutet (Kotschnur). Die sich teils überlagernde (überlappend) Schnur könnte auch eine Eiablage (Fliegen, Mücken, ) gewesen sein. Die Quarzkristalle umhüllen eigentlich das röhrenartige Gebilde. Die Gesamtlänge beträgt ca. 13 Millimeter bei 0,1 bis 0,2 Millimeter Durchmesser.

 

Ende August d. J. bekam der Verfasser die Veröffentlichung von MOOSLEITNER (2006). Dieser beschreibt einen Fundort bei Nyons in Frankreich (Schotterbänke der Bäche, zu Konglomerat verfestigtes Strandgeröll) mit Süßwasserschnecken aus reinem Quarz. Dazu der Hinweis, dass die geologische Karte von Nyons in den Erläuterungen Süßwasserkalke mit Silexbildung erwähnt.

Bei der Ausbildung der Schnecken, dem Zeitalter, dem Träger (Verkieselung) und dem Vorhandensein von Quarzkristallen scheint eine Parallele vorhanden zu sein. Identisch  bei Hilgershausen und Nyons ist die große Anzahl von Schnecken und die Einlagerung im Trägergestein. Bei beiden liegen die Tiere nicht nach der Strömung ausgerichtet, sondern  durcheinander. MOOSLEITNER schreibt dazu, dass „lebende Schnecken bei Trockenheit sich mit schräg aufwärts zeigender Spitze des Gehäuses im feuchten Untergrund eingraben“. Also müssen die Schneckenghäuse nach dem Tode der Tiere zusammengeschwemmt und eingebettet worden sein.

Auch Stängel werden von MOOSLEITNER erwähnt „feinste, teilweise längs gerippte Algenstängel, mit etwa 0,3 Millimeter Breite und sichtbaren Bruchstücken von max. 8 Millimeter“.

 

 

Quelle:

 

Moosleitner, Gero (2006): Süßwasserschnecken aus reinem Quarz. In: FOSSILIEN, 5, Seite 26-31

 


 Fundstellen Kasseler Meeressand / Funde

Glimmerode: guter Fund-Querschnitt

Oberkaufungen: einige Belege

Ahnetal/Habichtswald, Kassel: Schalenerhaltung, Steinkerne, Steinkerne mit Schale, guter Fund-Querschnitt

Hohenkirchen: Schalenerhaltung, wenige Belege

Hoof: verkiest (Markasit/Pyrit, neigt zur Verwitterung und zum Zerfall), nur noch ein Beleg

Immenhausen-Mariendorf: Eisenstein-Steinkerne, Abdrücke, verkieselte Platten (fossilreich) einschließlich Fossilien, sehr umfangreich

Immenhausen-Ahlberg: Eisenstein-Steinkerne, Abdrücke, nicht wenige Belege

Felsberg-Hilgershausen: nur sehr wenige Eisenstein-Steinkerne

Felsberg-Rhünda: nur sehr wenige Eisenstein-Steinkerne

Liebenau-Niedermeiser: Basaltbruch Rosenberg, Basalttuff mit Einschlüsse von Kasseler Meeressand, Muschelabdrücke (möglich Yoldi, Artica/Cyprina, Laevicardium/Cardium), Dentalium,, kleine Schnecken-Steinkerne, Koralle

Immenhausen: Rothenberg, nicht sehr festes Material, fossilreich, Abdrücke von Muscheln, Muschelsteinkerne mit Schalenerhaltung, Schneckensteinkerne mit Schalenerhaltung, Schalentrümmer, Fischzähnchen, wenige Belege

Immenhausen: Heidberg, glaukonitreich, ähnlich wie Rothenberg, wenige Belege

Immenhausen: Hopfenberg, ähnlich wie Rothenberg, nicht wenige Belege

Hofgeismar, Flur Sudheim: Eisenstein-Steinkerne (Muscheln), einige Belege

Baunatal: Baunsberg, Schalenerhaltung, wenige Belege

Deute: eisenhaltigeres Material – aber kein Eisenstein, fossilreich, Abdrücke, nur wenige Schalenreste, ein Beleg

Gudensberg: nicht sehr festes Material, fossilreich, Abdrücke, Steinkerne mit Schalenerhaltung, Muschelschill, zwei Belege

Wabern-Harle: nur sehr wenige Funde, Eisenstein-Schalenerhaltung, sandiger nur schwach eisenhaltiger Steinkern, Baryt-Steinkern, Haifischzahn, Schalenerhaltung (Muschel), Muschelschill

Zierenberg: kein Beleg


 

 
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